Leserbrief

Gut-Menschen auf Barrikaden

Zum Artikel „Soll das Capitol die ,Sarotti-Mohren’ abhängen?“ vom 18. Oktober:

Der Zeitungsleser erfährt, dass das künstlerisch hochwertige Schild mit der Leuchtreklame für Sarotti und die zwei Mohren bereits seit den 60ern, vielleicht sogar schon seit den 50ern dort installiert war. Und jetzt, über 60 Jahre später, kommen einige Wirrköpfe auf die völlig unsinnige Idee, es als „Rassismus“ zu bezeichnen und abhängen (lassen) zu wollen. Natürlich wie üblich nicht die (angeblich) Betroffenen selbst, sondern wieder einmal Gerhard Fontagnier und seine Clique. Zum gemeinsamen Dialog empfehle ich die paar Schritte in die Mittelstraße zum Café Mohrenköpfle zu gehen und die Problematik dort auszudiskutieren. Von Georg Lögler, Mannheim.

Es reicht so langsam, jetzt ist auf einmal das Schild des Sarotti-Mohrs im Capitol von 1960, was der Flüchtlingsinitiative gegen den Strich geht. Kein Mensch hat sich früher daran gestört. Als wenn wir zu Sachen unserer Kindheit wie Schweizerkracher, Chinakracher, Mohrenkopf, Zigeunerschnitzel und so weiter, jemals auf rassistisches Gedankengut gekommen wären. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn die AfD Zulauf bekommt bei so viel antideutschem Gedankengut. Von Helmut Wunder, Mannheim. 

Das Büchlein „Zehn kleine Negerlein“ wurde aus Bibliotheken entfernt. Die politisch Korrekten kassierten es ein. Deutschland hat nichts dazugelernt! Nun trifft es den „Sarotti-Mohr im Capitol – er soll verschwinden. Dem Schöpfer, ein Jude, kommt’s seltsam vor. Er kann im Grab den Streich nicht verwinden. Dass sich selbst „Schwarze“ am Mohr nicht stören, die ihn seit Jahren – belustigt – seh’n, muss die Gut-Menschen derart störend empören, dass sie auf Barrikaden geh’n. Der „Mohrenkopf“ ist längst verboten, „Zigeunerschnitzel“ ebenso. Zur Freude der Linken, Grünen und Roten, die bunte Vielfalt strahlt weniger froh. Von Günter B. Merkel, Wilhelmsfeld. 

Endlich wissen wir, dass unser Dichterfürst Friedrich Schiller ein weit in die Zukunft schauender Mensch war. Er hat Gott sei Dank für die Familie von Moor die heute unpolitische Schreibweise gewählt. Nicht nur seine „Räuber“ müssten umgeschrieben werden, sondern alles, was jemals über sein Drama veröffentlicht wurde, an die vielen Abituraufsätze will ich gar nicht denken. Von Karl-Heinz Grimbs, Mannheim. 

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2CB8qsq