Leserbrief

Zum Thema Buga

Gutachten sind das Papier nicht wert

Nun hatte man schon anlässlich der Veröffentlichung des Klartextes "Vorstudie zum Verkehrsgutachten" nach dem Bürgerentscheid den Eindruck gewonnen, dass es eigentlich KEINE "vernünftige" Lösung für eine Straßenverlegung am Aubuckel zur Durchführung einer Bundesgartenschau gibt: Die in Frage kommenden Trassen-Varianten erzeugen extreme, wirtschaftlich nicht vertretbare Baukosten, bieten im Effekt keine Verbesserung der Verkehrs-Infrastruktur oder erzwingen auch die Umsiedlung von Anliegern mit unbekannter Entschädigungshöhe - vom Ärger über Verkehrsbehinderungen in der Bauphase einmal abgesehen...

Und das mittlerweile veröffentlichte Klimagutachten kommt auch nicht besser daher. Es empfiehlt den Abriss der kompletten U-Halle und den Verzicht auf eine Randbebauung Rott, charakterisiert das "Gewerbegebiet Talstraße" als kritischen Wärmespeicher - und (das ist in der Planungsgruppe Spinelli wohl unter den Tisch gefallen) es warnt vor einer deutlichen Verschlechterung der Belüftung der "eigenen Schollen" in Käfertal-Süd, wenn dort die "gehobenen Wohnlagen" vorgebaut werden.

Da kann man sich nur wundern, dass OB Kurz sich vom Gutachten "erfreut" zeigte: Die Machbarkeitsstudie aus dem fernen Berlin ist schon jetzt nicht mehr das Papier wert, auf das sie gedruckt wurde: Wer mit städtischen Steuermitteln Agenturen zur Erstellung von "Visionen" beauftragt, ohne hinlängliche Analysen der örtlichen Gegebenheiten bereit zu halten, und wer aus solchen Luftfechtereien entspringende Planungen mit Hilfe weiterer Agenturen ins öffentliche Unterbewusstsein flutet, den darf man an Altkanzler Helmut Schmidt erinnern: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." Benedikt Zaja, Mannheim