Leserbrief

Zum Thema Konversion / Artikel vom 31. Dezember

Gute Spielgeräte erhalten

Fast euphorisch berichten Sie über die Fortschritte in Sachen Konversion auf den ehemaligen US-Militärflächen Benjamin-Franklin-Village und Taylor Barracks. Ob Primove-Teststrecke, klimaoptimiertes Wohnprojekt "Square", Europäische Schule, Siegerpläne für das Columbus-Quartier, Logistikansiedlungen von Caterpillar und DHL oder die Veranstaltungsreihe "Franklin Factory".

Man lässt alles verwittern

Alles gute und sicherlich positive Ansätze, die frischen Wind nach Mannheim bringen.

Doch über eine Sache, wenn sie vielleicht auch für die ganz großen Projektentwickler nur ein Nebenschauplatz sein mag, wurde scheinbar bis dato noch kein Wort verloren. Was passiert mit all den unzähligen Kinderspielplätzen und den Spielgeräten? Es ist nur schwer zu ertragen, wenn ich mit meinem zweijährigen Sohn an den ehemaligen US-Flächen vorbeifahre und die vielen, von außen scheinbar äußerst gut erhaltenen und gepflegt wirkenden, farbenfrohen Kinderspielplätze sehe.

Mein Sohn versteht natürlich noch nicht, warum er dort nicht spielen darf. Um ehrlich zu sein, verstehe ich jedoch nicht, warum die Gerätschaften einfach nur verfallen gelassen werden.

Sicher, das Gelände gehört inzwischen der Bima. Doch seit Mitte 2010 stand fest, dass die US-Amerikaner bedauerlicherweise aus Mannheim u. der Region abziehen werden. Der letzte Bewohner von Benjamin-Franklin-Village verließ das Areal meines Wissens noch im Jahre 2012.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätte man als Stadt sicherlich über die Verwendung bzw. Umsiedlung der Spielgeräte nachdenken können.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die als sehr kinderfreundlich bekannten US-Amerikaner der Stadt hier Steine in den Weg gelegt hätten. Ich gehe sogar davon aus, dass die Stadt die Spielgeräte sehr günstig wenn nicht gar "fer umme" bekommen hätte. Zumal es in ganz Mannheim nicht annähernd solch großzügig angelegte, farbenfrohe und für Kinder kreativ gestaltete Spielplätze geben dürfte!

Chance ergreifen

Auch an anderen Anlagen auf den Arealen, seien es Baseballfelder, Spielstätten für American Football, US-Sports Arena, Fußballplätzen oder Leichtathletikanlagen nagt der Zahn der Zeit. Was die US-Amerikaner in nahezu 70 Jahren gehegt und gepflegt haben, lässt man jetzt offenbar einfach verwittern.

Die Chance auf einen US-Sportspark sollte mit Nachdruck ergriffen werden - immerhin spielen in Mannheim gleich zwei Vereine in der ersten Liga populären US-Spitzensport wie Baseball und American-Football. Welch ein Flair hätten wohl erst in Zukunft die Spiele der Tornados oder Bandits auf einst "amerikanischem Boden".

Leider kommen wir nicht mehr in den Genuss von diesem Stück Klein-Amerika mit zum Beispiel den unvergessenen Deutsch-Amerikanischen Volksfesten.

Aber ein Stück amerikanische Geschichte in Mannheim würde durch die Erhaltung der Sportstätten oder die Umsiedlung der Spielplätze bzw. Spielgeräte für die Nachwelt erhalten bleiben und erlebbar gemacht werden. Die Anlagen und Geräte sind da. Die Benutzer sicherlich auch.

Mal sehen, was 2015 diesbezüglich so bringt.