Leserbrief

Hexenjagd gegen Xavier Naidoo

Zu den Artikeln „Von Ladenburg in die SAP Arena – der Ärger zieht mit“ vom 14. Mai und „Jusos starten Petition gegen Konzert“ vom 18. Mai:

Man muss kein Freund von Naidoos Verschwörungstheorien sein, aber eines sei Herrn Fontagnier und Co. mal ins Stammbuch geschrieben: Hier handelt sich um ein Konzert von Deutschlands bestem und wohl immer noch sehr beliebten Sänger, und keine politische Veranstaltung! Niemand ist gezwungen, dorthinzugehen. Dass die Grünen schon länger die Gesinnungspolizei über gut oder schlecht sind, ist ja hinlänglich bekannt. Mich erinnert ihr Gebaren leider langsam an ein düsteres Kapitel unserer Geschichte als nur noch eine Meinung „richtig“ war.

Jochen Merkel, Ludwigshafen

Anlässlich der derzeitigen Hexenjagd gegen Xavier Naidoo und seine Konzerte, fühle ich mich veranlasst Ihnen zu schreiben. Obwohl im „MM“ vom 14. Mai darauf hingewiesen wird, „solange Naidoo lediglich eigenwillig und für viele verstörend Gebrauch von seiner Meinungs- und Kunstfreiheit macht, gibt es keine Handhabe – außer Symbolpolitik in Form von Protest“, wird weiterhin penetrant versucht, gegen ihn zu agieren.

Meinungsfreiheit schützen

Man muss Xavier Naidoo nicht mögen, auch seine Musik muss einem nicht gefallen – so geht es mir, in beiden Fällen –, aber ich sehe in den erzwungenen Absagen seiner Konzerte eine große Gefahr für unsere Meinungsfreiheit. Deshalb möchte ich auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 28. November 2011 1BvR 917/09 hinweisen: Zitat: „Die Meinungsfreiheit schützt, ungeachtet politischer Korrektheit, alle Meinungen, ohne dass es darauf ankäme, ob sie sich als wahr oder unwahr erweisen, ob sie begründet oder grundlos, emotional oder rational sind, oder ob sie als wertvoll oder wertlos, gefährlich oder harmlos eingeschätzt werden [...] Der Meinungsäußernde ist insbesondere auch nicht gehalten, die in der Verfassung zugrundeliegenden Wertsetzungen zu teilen, da das Grundgesetz zwar auf die Werteloyalität baut, diese aber nicht erzwingt.“

Anscheinend verstehen manche Menschen unter Meinungsfreiheit nur die Bestätigung ihrer Eigenen. Das finde ich bedauerlich.

Lothar Hässler, Weinheim

Als Liebhaber und Konsument von „Heavy“- und „Hardrock-Klängen“ fand Xavier Naidoos musikalischer „Output“ in meinen Ohren und seine Konzerte in meiner Freizeitgestaltung bislang eher wenig nur Resonanz. Die seit längerer Zeit gegen ihn gerichtete allgemeingesellschaftliche Ächtung zeugt jedoch deutlich von einer „sozialistischen Vielfältigkeit“ im Land und wie es sich anschickt, sich immer mehr in eine Meinungskommune zu verwandeln.

Hier wird ein Künstler systematisch und „systemrelevant“ niedergemacht und seine Reputation vernichtet. Umso erfreulicher ist seine Standhaftigkeit. Dafür hat er meine Hochachtung! Nun will man sogar in linkstraditioneller Weise die Betriebsgesellschaft der SAP-Arena gängeln, um ein bereits im Vorverkauf gut laufendes Konzert zu verhindern, das zuvor von rot-grünen „Genossen“ in Ladenburg erfolgreich „gecancelt“ wurde. Die „Öffentlichkeit“ soll ganz sicher nicht über Naidoo „aufgeklärt“, sondern nach linker Art belehrt werden.

Uwe Merkel, Mannheim

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