Leserbrief

Hoffnung, dass Landesregierung Licht aufgeht

Zum Artikel „Ist für die Kollerfähre 2020 Schluss?“ vom 10. Oktober:

Vor einigen Wochen geisterte eine Meldung durch die Zeitung, dass so ein sparwilliger Schwabe im Landesrechnungshof die Forderung aufstellte, man sollte die Kollerfähre komplett abschaffen, da sie nur Kosten verursache, aber nicht genügend Erträge bringe.

Aber was sind diese eingesparten „Peanuts“ gegen die gigantischen Summen für den Stuttgarter Hauptbahnhof? Gewiss, die Fähre ist für den Regionalverkehr zu klein, die Zu- und Abfahrten sind für die Sommerfreizeitwanderer und -radler ausgelegt, Aber trotzdem ist sie für die Bewohner der Region von Bedeutung. Mittels der Fähre entstehen vielleicht direkt Kosten, aber – wie will künftig der Staat Baden-Württemberg verwalten? Die Kollerinsel ist Teil des Landes Baden Württemberg. Will man künftig die Kollerinsel per Hubschrauber versorgen, was ja letztlich zu noch höheren Kosten führen würde?

Freizeitvergnügen eingeschränkt

Sie vermeidet für deren Benutzer (vor allem Radfahrer) erhebliche Umwege über Germersheim, Speyer und Otterstadt. Schränkt das umweltfreundliche Freizeitvergnügen des Radfahrens erheblich ein, da nunmehr die links- und rechtsrheinischen Radler nur noch per Auto und durch lange Fahrwege erreichbar sind. Letztlich werden gute Nachbarschaftsbeziehen erheblich gestört.

Insgesamt muss man festhalten, dass beide Rheinseiten ein Teil an Lebensqualität in der Freizeitgestaltung einbüßen werden. Nicht jede finanzielle Einsparung ist auch zugleich eine wirtschaftlich sinnvolle Maßnahme, sorgt sie, neben dem Entstehen neuer Kosten, auch für eine Verringerung der Lebensqualität der Menschen in der gesamten Region. Der Rechnungshof hat die Schließung der Fährverbindung vorgeschlagen, ohne die Auswirkungen auf die Freizeitqualitäten, neue Folgekosten, Veränderung der zwischenstaatlichen Beziehungen zu prüfen. Seine Äußerung wird isoliert in die politische Willensbildung eingefügt und beurteilt, wobei die weiterreichenden Wirkungen in den politischen Diskussionen unterbleiben. Ich hoffe nur, dass der baden-württembergischen Landesregierung ein Licht aufgeht, bevor die Lichter der Kollerfähre endgültig ausgehen.

Wolfgang Dilly, Altrip

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2QQgoVQ

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