Leserbrief

Hohes urbanes Potenzial

Zum Artikel „Großprojekt bereitet Anwohnern Unbehagen“ vom 23.9.:

„Grüne Bänder, Blaue Ströme“, so wird die Vision für die Mannheimer Freiräume bezeichnet, mit denen in den nächsten zehn Jahren an exponierten Stellen der Stadt eine lebenswerte und nachhaltige Urbanität für die Menschen geschaffen werden soll. Grünräume, Wasserlagen, Verkehrsflächen und Stadtquartiere sollen in einen gemeinsamen Stadtentwicklungsprozess integriert werden.

Der Mannheimer Stadtkopf am Neckar rechts und links der Kurpfalzbrücke gehört zweifelsohne zu solch einem Freiraum mit einem hohen urbanen Entwicklungspotenzial. Die nun vorgesehene Neubebauung auf dem sich angrenzenden Collini-Quartier wäre dabei eine einmalige Chance, für das gesamte Freiraumareal am Neckar in diesem Sinne ein städtebauliches Gesamtkonzept zu entwerfen. Doch was passiert jetzt dort? Offensichtlich ideenlos und ohne einen eigenen Gestaltungswillen überlassen die städtischen Planungsbehörden die gesamte Planungshoheit für das Collini-Quartier allein und isoliert den privaten Investoren, die sich dort einmal einkaufen sollen.

Interessante Planungsvorgaben

Vielleicht auch um dem drohenden Unmut der betroffenen Anwohner aus dem Wege zu gehen, beschränkt sich die Stadt darauf, das dann verplante Areal nachträglich irgendwie verkehrlich zu erschließen und dabei möglichst alles schön beim Alten zu belassen. Aber eine moderne Stadtsilhouette inmitten einer schönen Parkanlage am Wasser, ein ÖPNV-Anschluss, schnelle Radwege und gute Straßenanbindungen mit ausreichenden Parkplätzen, das wären doch interessante Planungsvorgaben, die auch profitorientierte Bauherren und Investoren zu schätzen wüssten, und die vielleicht auch von den kritischen Anwohnern akzeptiert werden könnten.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2oY90fj