Leserbrief

Hutschnur gerissen

Zum Leserbrief „Wovon träumt der Nachtbürgermeister“ vom 10. August:

Über den Sinn oder Unsinn der Bestellung eines Nachtbürgermeisters kann man sicherlich streiten. Ich finde die Aufgabenstellung gut und auch gut, einen befristet zu berufen und zu testen, was es bringt. Beim Leserbrief von Frau Trechmann reißt mir die Hutschnur im übertragenen Sinn.

Ich bin sicher, dass die Stadt Mannheim ihr als Angestellte nicht verbietet, Trinkwasser aus einem Hahn an ihrer Arbeitsstätte zu entnehmen. Es gibt sicher eine Teeküche oder einen Sozialraum mit einem Wasserhahn. Leider glauben immer mehr Menschen in Deutschland, Trinkwasser gäbe es nur als zum Teil völlig überteuertes Quellwasser französischer Marken aus der Fernsehwerbung in der PET-Flasche. So ein Unsinn.

Leitungswasser gut kontrolliert

Das Mannheimer Leitungswasser hat zum Beispiel mit einem hohen Gehalt an Kalzium und Magnesium einen viel höheren physiologischen Wert als viele sogenannte Mineralwasser, insbesondere auch die vom Discounter. Um zum sinnvollen Wunsch des Nachtbürgermeisters zurückzukommen: Einerseits verstehe ich, dass die Gastwirte kalkulieren und entsprechende Einnahmen haben müssen. Dennoch sollte es bei Betrieben die Wein, Cocktails und Kurze ausschenken möglich sein, auch Leitungswasser auszuschenken.

Andererseits gibt es in Wiener Caféhäusern automatisch ein kostenloses Glas (Leitungs-)Wasser dazu, wie selten auch bei uns im Bistro. In Südeuropa, zumindest in Nordgriechenland und Norditalien verlangen und bekommen Einheimische abseits der großen Touristenströme fast immer kostenlos eine Karaffe Leitungswasser zum Wein und Essen, während der gemeine ausländische Urlauber stilles Wasser aus der Flasche verlangt.

Klar, auf den wasserarmen ägäischen Inseln und weiteren südlicheren Urlaubszielen sollte man aus hygienischen Gründen kein Leitungswasser trinken, aber in Deutschland ist das Kranwasser besser kontrolliert, als abgepacktes Mineralwasser, wo es schon mal bei einer bekannten Marke mit stillem Wasser Probleme mit Bakterien gab.

Info: Leserbrief unter https://bit.ly/2oDZZ7C