Leserbrief

Zum Thema Bundesgartenschau

Ich freu mich drauf!

Nirgends lässt sich das Niveau einer Zeitung besser ablesen als an der Qualität ihrer Leserbriefe. Wer geglaubt hatte, die Hass-, und Hochmutskampagnen der BUGA-Gegner im MM hätten bis zum Bürgerentscheid 2013 alle Abgründe durchschritten, wird täglich eines Böseren belehrt.

Beispiel unter vielen: Ein Herr Engert schreibt am 25. September: "Ich glaube, so langsam müssen wir uns Sorgen um unseren Oberbürgermeister machen, denn seine Entscheidungen nehmen immer merkwürdigere Dimensionen an." Um keinen Zweifel zu lassen, dass er um den Geisteszustand des OB fürchtet, vergleicht er ihn im weiteren Verlauf mit Tebartz van Elst und König Ludwig II. von Bayern. Das ist anmaßend und unverschämt.

Kurz einer der Besten

Ich habe alle Mannheimer Oberbürgermeister seit den fünfziger Jahren erlebt. Dr. Peter Kurz ist einer der Besten. Engert und andere Leserbriefschrei(b)er klagen, dass sie früh auf mögliche Schadstoffbelastungen auf BUGA-Gelände hingewiesen und keine Reaktion erhalten haben. Wie soll man denn auf so etwas reagieren? Jedes Kind weiß: Jahrzehntelang militärisch genutzte Liegenschaften müssen vor jedweder neuen Nutzung aufwendig saniert werden. Diese Sanierungen sind fällig, egal welchem Zweck wir das Gelände widmen. Die Kosten sind nicht der BUGA geschuldet, sondern der deutschen Bündnis- und Sicherheitspolitik der letzten Jahrzehnte.

Insofern hat auch zu Recht der Bund im Wesentlichen die Kosten zu tragen. Wer hier auf "gezinkte Karten" oder "manipulative Informationspolitik" lauert, ist in die Grube seiner eigenen Verschwörungsunterstellungen gefallen.

Wenn wir schon über Kosten reden: Die Stadtverwaltung wird nicht dafür bezahlt, jeden Tag einem anderen Schreihals den Schnuller zu reichen. Empörung ist die billigste Währung. Die FDP, bereits gerupft, versucht verwirrt mit lautem Gackern posthum vom Hackklotz zu springen. Und eine Zeitung möchte ihr Ableben in spe hinauszögern.

Ihnen gilt mein Mitgefühl als Christ. Ihren Verdächtigungskampagnen aber leiste ich Widerstand. Aubuckel: Das Verkehrsprovisorium dort kann nicht noch zwanzig Jahre so bleiben - mit oder ohne BUGA. Dass durch die neue Verkehrsführung eine Anzahl von Kleingärten betroffen ist, ist schade, war aber zu jedem Zeitpunkt öffentlich und klar. Die BUGA ist kein frivoles Halbjahresfest, sondern ein wertvoller Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung Mannheims. Künftige Generationen werden noch viel mehr davon profitieren als von Luisen- und Herzogenriedpark. Mannheim will die BUGA. Mannheim will die neue Kunsthalle. Ich freu mich drauf!