Leserbrief

Idyll muss erhalten bleiben

Zum Thema Radschnellweg:

Die Strecke führt entlang des Neckarkanals zum Industriegebiet Ladenburg. Ilvesheim ist umgeben vom Neckar, hat aber leider keinen direkten Zugang mehr – Naturschutzgebiet und so weiter. Nur die Strecke entlang des Kanals ist für viele Spaziergänger, Hundebesitzer, Familien mit Kindern, Senioren mit und ohne Rollator, Jogger und so weiter ein kleines Naherholungsgebiet. Vor allem beim Blindenbad können Hunde ungestört baden und auch Kinder verweilen. Abgesehen von den Enten mit Babys, Schwänen und vielen Singvögeln, die dort noch ein kleines Paradies finden. Denn seit der Spundung ist das noch die einzige Möglichkeit.

Da sollen nun Bäume und Hecken gefällt werden wegen eines Radschnallwegs, der bis zu zwölf Millionen kostet? Was für eine Verschwendung von Geld und Natur, wo wir doch alle für Naturerhalten sind. Das ist ein aberwitziges Vorhaben, ein Prestigeobjekt, das wir uns in der Corona-Zeit noch leisten können? Ilvesheim hat bei der Spundung Ausgleichsmaßnahmen erhalten – den Auenwald in Ladenburg! Und jetzt soll unser kleines Idyll auch noch geopfert werden? (von Sonja Münch, Ilvesheim)

Das ureigenste Kerngebiet der Mannheimer Grünen zählt anscheinend nicht mehr: Natur zu schützen und zu bewahren. Stattdessen stimmen bis auf zwei Gemeinderäte/innen alle Grünen für einen Radschnellweg durch die Feudenheimer Au. Die Versiegelung von Fläche wird begründet, dass die Mobilitätswende weg vom Auto, hin zum Rad unbedingt gefördert werden muss. Das ist richtig, ist aber auch auf dem bereits bestehenden Radweg oberhalb der Au wesentlich besser, kostengünstiger und naturverträglicher machbar. Für mich sind die Mannheimer Grünen nicht mehr wählbar bis auf zwei. Ich bin mehr als enttäuscht. (von Christine Schröter, Mannheim)

Die geplante Trasse des Radschnellweges entlang des Neckarkanals in Ilvesheim stößt vermehrt auf Widerstand. Die Trasse soll zweispurig für Fahrradfahrer sein. Außerdem sollen Erholungssuchende, Hundebesitzer, Jogger und Rollstuhlfahrer weiterhin den Weg nutzen können.

Im Artikel von 16. Oktober des „MM“ empfehlen der ADAC und der ADFC für einfache Fahrradwege eine Breite von 2,50 bis drei Meter. Da ist die Frage, wie breit soll denn die Trasse sein? Acht Meter? Das wird der Weg am Neckarkanal nicht hergeben. Dazu sind zu viele Eingriffe in die derzeitige Bebauung und in die Natur notwendig. Auf der anderen Flussseite sind – wie in Ihrem Artikel vom 14. Oktober erwähnt – bereits heute gut ausgebaute Radverbindungen vorhanden.

Zu Lasten der Fußgänger

Diese könnten mit wesentlich weniger Aufwand und Kosten zu einem Radschnellweg ausgebaut werden. Zudem gibt es auch noch einen guten Radweg zwischen Wallstadt und Ladenburg. Da wäre eine Anbindung an die zur Zeit gebaute L 597 gut möglich. Regionale Mobilität ist gut, aber nicht zu Lasten der Fußgänger und Sportler, Hundebesitzer und Rollstuhlfahrer. Ein richtiger Ausbau der schon vorhandenen Fahrradwege wäre eher im Sinne aller Bürger. (von Doris Schumacher-Bode, Ilvesheim)