Leserbrief

Igel stehen ohne Schutz da

Zum Thema Grünschnittabfuhr:

Jedes Jahr das Gleiche. Hier in Feudenheim (wahrscheinlich auch andernorts) entstehen riesige Haufen von Grünabfällen, inklusive Plastiksäcken türmen sie sich auf den öffentlichen Grünflächen. Da die meisten Mitbürger sich eben nicht an die Vorschriften halten und ihren Grünschnitt am Tag der Abholung (gebündelt rund 1,50 Meter lang) vor die Tür legen, entstehen diese unseligen Grünabfallhaufen. Und zwar schon viele Wochen vor dem eigentlichen Abfuhrtermin, der durch genau diese unkontrollierten Haufen oftmals dann noch viel später erfolgt wie angegeben.

Grünabfuhr überdenken

Das Schlimme daran ist jedoch die Tatsache, dass die Sammelaktion im Spätherbst genau in die Zeitspanne fällt, wo sich Igel ihre Winterquartiere suchen. Die riesigen Ansammlungen von Grünabfällen, die sich da aufhäufen, laden Igel geradezu ein, sich dort ihr Lager einzurichten. Zumal die Gärten ja „sauber“ und ausgeräumt wurden und keine Unterschlupfmöglichkeit mehr bieten. Was dann passiert, wenn die riesigen Grünschnitthaufen von der Stadt entsorgt werden, kann sich jeder denken. Entweder der Igel wird mit abgeräumt, oder aber er wird ohne Schutz zurückgelassen. In beiden Fällen zieht dies den Tod der Igel nach sich.

Heute, im Angesicht des immensen Artensterbens ist es daher angebracht, die Problematik Grünabfuhr generell zu überdenken. Die kostenlose Grünschnittabfuhr gehört abgeschafft. Wer Grünschnitt hat, kann den das ganze Jahr über bei den Recyclinghöfen abgeben. Damit würde vielleicht erreicht, dass nicht alle Gärten ausgeräumt/aufgeräumt würden und als Nebeneffekt würde die Stadt noch Geld sparen.

Christine Schröter und Rudolf Katzer, Mannheim