Leserbrief

Leserbrief Zum Rücktritt von Guido Westerwelle

Immer das gleiche Spiel

Westerwelle ist nicht das Problem... sondern das System, das auch die FDP praktiziert.

Gestern hat Westerwelle erklärt, nicht erneut für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen.

So etwas macht man, wenn man weiß, dass alles verloren ist aber dieser Tatsache zum Beispiel durch eine Abwahl nicht offenkundig werden soll.

Es werden neue Gesichter kommen, die das bisherige Spiel fortsetzen: dem Wähler Versprechungen machen ("Mehr Netto vom Brutto"), einmal an der Macht, schanzt man seinem Klientel Vorteile zu, die Hotelbesitzer sind nur die augenfälligsten Belege dafür.

Viele Wähler wenden sich verärgert und enttäuscht ab - oder gibt es jemanden unter den Lesern, der nun mehr Netto vom Brutto hat ? - , das haben die jüngsten Landtagswahlen gezeigt. Dann müssen Köpfe rollen als ob neue es bessern könnten, neue Gesichter nehmen die alten Plätze ein und führen den Tanz von Versprechungen - oder besser: Betrug? - fort, sie bedienen ihre Zielgruppe bis auch sie nicht mehr tragbar sind, dann müssen wieder Köpfe rollen usw. usw. Verlierer sind dabei viele Wähler, Gewinner potente Interessengruppen.

Bei den anderen Parteien funktioniert das System im Prinzip nicht anders, die FDP hat es in den beiden letzen Jahren nur unverhohlen und forciert umgesetzt. Rösler oder wer immer der Nachfolger wird, wird das System mit allen seinen Folgen mit neuer Rhetorik in die nächste Runde bringen. Das geht solange weiter, wie die Wähler sich dieses Spiel gefallen lassen.