Leserbrief

In den ökologischen Olymp

Zum Artikel „Wir wollen mit den Mannheimern über das schöne Thema diskutieren“ vom 17. August:

Endlich durften wir Mannheimer das erfahren, auf das wir schon Jahre gewartet haben. Während der Bundesgartenschau wird Mannheim „Klima, Luft und Wind“ und was noch außergewöhnlicher ist, „offene Landschaften zelebrieren“. Großartig! Darunter kann man sich alles und nichts vorstellen, es ist auf jeden Fall mehr, als wir in unseren kühnsten Träumen zu erhoffen wagten.

Wir werden zelebrieren, Mannheim und seine Buga auf dem Weg in den ökologischen Olymp. Diese Kreativität, diese Fantasie sind nicht zu toppen. Und dann der Geniestreich schlechthin, das Sahnehäubchen, der Mehrgenerationen-Spielplatz. Alt und Jung können endlich das tun, von dem sie Jahrzehnte lang nur geträumt haben. Sie können zusammen spielen, im Wasser planschen. Mehr ökologischer und gesellschaftlicher Fortschritt geht nicht. Danke Mannheim, wir sind im 21. Jahrhundert angekommen.

Alles geht, alles ist erlaubt

Jetzt verstehen wir besser, warum ein Landschaftsschutzgebiet in Teilen unbedingt zerstört werden muss, warum eine breite Betontrasse trotz billigerer und Natur schonender Alternativen durch ein Landschaftsschutzgebiet gelegt werden muss, warum 26 Kleingärten, eigentlich unersetzbare Biotope, geopfert werden müssen, und warum eine schuldengeplagte Stadt wie Mannheim 105 Millionen Euro zum Fenster hinauswerfen muss. Für einen Mehrgenerationen-Spielplatz geht alles, ist offensichtlich alles erlaubt. Für einen Mehrgenerationen-Spielplatz wagen wir einfach alles! Selbst wenn es um einen beispiellosen Schildbürgerstreich geht. Von Brigitte Franz, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2lzE17p