Leserbrief

In Toleranz leben

Zum Artikel „Höcke: Kein Islam am Bosporus“ vom 29. Januar:

Ich lebe in einem Land, in dem man seine Meinung frei äußern kann. Jedoch gibt es bei der freien Meinungsäußerung auch Grenzen, und diese ist mit der Aussage in dem Artikel über Herrn Höcke überschritten worden. Wann greift unser Staat gegen solche Hetze endlich mal durch?

Man sagt doch immer, wehrt den Anfängen. Die Anfänge der Hetzpropaganda gegen Menschen mit anderem Aussehen und anderen Glaubensrichtungen sind doch schon lange überschritten. Haben wir alle schon vergessen, wie der Zweite Weltkrieg begonnen hat? Über die Taten in diesem Krieg sind wir noch immer entsetzt. Vor vielen Jahren, als junger Mensch, konnte ich mir nie erklären, wie es damals zu solchen menschlichen Entgleisungen kommen konnte.

Persönlich reagieren

Heute sieht das anders aus. Ganz langsam schleicht sich dieses Gedankengut in die Köpfe der Bevölkerung. Entweder wollen wir es nicht wahrnehmen oder wir sind zu bequem etwas dagegen zu unternehmen. Ich möchte nicht irgendwann feststellen, dass ich persönlich nicht reagiert habe, wenn auch nur heute mit einem Leserbrief, gegen die Aussage von Herrn Höcke „Wir werden die Macht bekommen. Dann werden wir die Direktive ausgeben, dass am Bosporus mit den drei großen M – Mohammed, Muezzin und Minarett – Schluss ist.“ Für diese Aussage möchte ich mich entschuldigen. Unser Bestreben sollte sein, in Toleranz mit unseren Mitbürgen zu leben und aus Fehlverhalten zu lernen.