Leserbrief

In vielen Fällen sehr gefährlich

Zum Artikel „Mehr Rechte für Radler – in Zukunft auf neun Kilometern“ vom 7. Mai:

Es ist ja erfreulich, dass die Stadt die Bedingungen für Radfahrer verbessern will, auch im Hinblick darauf, bei den radfahrerfreundlichsten Städten in Deutschland einen Spitzenplatz zu belegen. Für mich unverständlich, dass dieses Ziel an anderen Stellen außer acht bleibt.

Gemeint ist die Neckarauer Straße zwischen der Hochschule und der Friedrichstraße. Hier werden etwaige Gefahrenquellen total ignoriert. Der Radweg im beschriebenen Bereich ist stark frequentiert, gilt er doch als eine der wichtigen Verbindungen vom Zentrum in die südlichen Vororte. Fahrzeuge parken auf dem Fuß- und auf dem Radweg. Eine Radfahrerin mit Anhänger für den Transport von Kindern konnte hier zum Beispiel nicht mehr passieren und musste anhalten, um auf die Fahrbahn auszuweichen.

Es kommt hinzu, dass die Fahrzeuge zum Parken den Gehweg und den Radweg jeweils überfahren müssen. Fußgänger können die ihnen zugedachte Verkehrsfläche nicht nutzen und müssen auf den Radweg ausweichen. Kommt dann von hinten ein Radfahrer zum Beispiel mit Pedelec oder E-Bike, also relativ schnell, sind beide erheblich gefährdet! Ich habe diese Situation schon mehrmals erlebt und konnte nur durch Notbremsen eine Katastrophe verhindern. Es ist für mich also nicht nachvollziehbar, dass die Ordnungsbehörden sich nicht durchsetzen wollen und diese Gefahr nicht durch Verwarnungs- und Bußgelder oder durch Abschleppen beseitigen.

Von unserem OB Kurz wurde bei der Neujahrsansprache erklärt, wie gut es den Innenstädten tut, wenn Autofahrer aufs Fahrrad umsteigen, um weitere Staus zu verhindern. Das ist für alle nur zu begrüßen – für die Autofahrer selbst und die Menschen, die hier leben. Die Stadt hat das Radweg-Netz erheblich erweitert und tut das noch. In den Außenbezirken lässt sich’s gut radeln. Doch wie sieht es in der Innenstadt aus? Können sich hier vor allem Kinder ohne Gefahr mit ihrem Fahrrad bewegen? Nein. Selbst für Erwachsene ist es in vielen Fällen sehr gefährlich.

Als Rad-Tourenleiter für Senioren verhindere ich es, die Innenstadt zu befahren. Radwege sind tagsüber mit parkenden Autos blockiert, weil die Fahrer keinen anderen Parkplatz finden. Wie es anders geht, zeigen London und Amsterdam.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2LsOB90