Leserbrief

Integration kann gelingen

Zum Debattenbeitrag „Woran scheitert Integration in Deutschland, Herr Merey?“ vom 30. Juni:

Die Seite der Problematik der Integration von in Deutschland lebenden Migranten, die der Journalist Can Merey am Beispiel seines türkischen Vaters beleuchtet, wird in der hitzigen Diskussion oft nicht beachtet, ist aber wichtig und bedauerlich zugleich. Denn, wenn Menschen wie sein Vater sich zu integrieren versuchten und trotzdem nicht akzeptiert werden oder wurden, nur weil sie einen türkischen Namen tragen, wirft das natürlich kein gutes Licht auf die deutsche Gesellschaft.

Vielleicht war in den 1960er Jahren, als sein Vater hierher kam, die Zeit in Deutschland noch lange nicht reif dafür. Auch heute wird das Umdenken der deutschen Mehrheitsgesellschaft, das Herr Merey von Deutschen gegenüber gut integrierten Migranten anmahnt, noch Zeit brauchen. Dass es diese guten Beispiele gibt, ist unbestritten. Man denke nur an den ehemaligen Verfassungsrichter Udo di Fabio, der Sohn italienischer Einwanderer ist. Und da sieht man: Eine gute Integration kann gelingen in Deutschland, wenn man denn will!

Hass und Verachtung

Trotzdem müsste Herr Merey meines Erachtens mehr auch in den Blick nehmen, dass gerade auf die gut integrierten und bemühten Menschen oft ein Schatten durch diejenigen Migranten fällt, die nachweislich keine Integration in die deutsche Mehrheitsgesellschaft wollen, auch wenn sie schon in der dritten und vierten Generation hier leben. Die deutsche Streifenpolizistin Tanja Kambouri, übrigens Tochter griechischer Einwanderer, hat in ihrem vielbeachteten Buch „Deutschland im Blaulicht“ klar beschrieben, wie leider viele muslimische Migrantenfamilien der Polizei und dem deutschen Staat mit Hass und Verachtung begegnen, vor allem deutschen Polizistinnen. Man will hier, so Kambouri, die patriarchalische Kultur weiterleben, in der die männlichen Familienoberhäupter alles, und die Frauen nichts zu sagen haben. Bei Straßenkontrollen der Polizei kommt es zu Aufläufen, so dass die Polizei, oft in Unterzahl, den Rückzug antreten muss.

Polizistin warnt

Systematisches Schulschwänzen männlicher Familienangehöriger wird von der Familie gedeckt, kriminelle Delikte werden nicht angezeigt, sondern sollen in einer Art Paralleljustiz vom Imam in der Moschee geregelt werden. Die Polizistin Kambouri warnt, dass der deutsche Staat solche Entwicklungen in multikulturell geprägten Vierteln deutscher Städte unterbinden muss, will er sich nicht selbst aufgeben.

Hoffen wir für unser Land, dass die positiven Beispiele gelungener Integration, die wir in Deutschland zweifelsohne haben, Schule machen. So werden dann gerade die Akzeptanz und das Umdenken der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber Migranten auch leichter gelingen.

Robert Schnörr, Mannheim

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