Leserbrief

Interessen von Neckarhausen nicht genug berücksichtigt

Zum Artikel "Brückenbau ab 2019" vom 9. November:

Nun ist es wohl so weit. Die Brücke kommt ab 2019. Eine Brücke, die auf Planungen beruht, die von der Realität so überholt worden sind, dass ich bei den Befürwortern und politischen Vertretern einen Ausblendewillen vermute.

Es wurde dem Regierungspräsidenten in einer Sitzung vor etwa drei Jahren in Karlsruhe dargelegt, dass durch den Zubau von Hunderten von Verladerampen allein bei Pfenning und Dachser der Verkehr auf genau dieser Strecke attraktiv wird. Es wurde in dieser Sitzung anerkannt, dass dies eine relevante Entwicklung ist, die nicht vorhergesehen wurde und auch nicht in den Daten hinterlegt ist.

Die A 5 ist fast täglich bei Heidelberg von Staus betroffen. Eine Umleitungsstrecke über Schwetzingen und über diese Brücke nach Ladenburg und eventuell weitere nach Viernheim ist nur logisch. Auch das wurde als plausibel erkannt. Messen kann das heute keiner. Die Schnellverbindung ist eine attraktive Umgehung für die zugegeben beschwerliche und zu Recht nicht akzeptable Verbindung durch Ilvesheim und Seckenheim.

Das Verkehrsaufkommen von 24 000 Fahrzeugen ist vermutlich weit, weit untertrieben und insbesondere der Lkw-Verkehr wird wegen des Zubaus und der Attraktivität weit höher sein. Damit steigen Lärmbelastung, Feinstaub und das Unfallaufkommen auf dem zwar leiseren, aber bei Nässe problematischen Flüsterasphalt. Aus welchen Gründen auch immer hat man die Trasse nahe an das Wohngebiet Kappeseck in Neckarhausen geplant, um die wenigen Ilvesheimer auf der Neckarplatte ja nicht zu sehr zu belasten. (Als Bewohner des Kappeseck bedanke ich mich nochmals für verantwortliche Arbeit von den Herren Bürgermeistern in Neckarhausen und den Landtagsabgeordneten Sckerl und Wacker).

Mit einer vielleicht drohenden und möglichen Belastung von etwa 9000 bis 10 000 Lkw pro Werktag ergibt sich in einer zeitlichen Verkehrsabschätzung zwischen 5 Uhr und 9 Uhr ein Verkehrsaufkommen von etwa 2000 Lkw und 4100 Pkw. Keine Lärmschutzwand und eine vermeidbare Nähe zur Wohnbebauung sind schon eine tolle Sache. Nochmals danke für diese Kommunalpolitik gegen die Interessen von Neckarhausen. Ich sehe durchaus den unhaltbaren Zustand in Ilvesheim und Seckenheim. Die Brücke muss sein. Aber die Interessen von Neckarhausen wurden eher nicht genügend berücksichtigt.

Ich fordere mehr Lärmschutz und eine Nutzung der sogenannten Kompromiss-Trasse, die aber wohl einem einflussreichen Bauern nicht so gefällt. Ladenburg Nord kriegt einen Lärmschutzwall, Neckarhausen nicht. Warum nicht? (Felix Wiesner, Edingen-Neckarhausen)