Leserbrief

Israel akzeptiert nur eigene Gesetze

Zum Artikel „Heftige Kritik an Israel“ vom 10. März:

Es ist schon sehr verwunderlich, dass der Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien, Julius Schoeps, forderte, in allen unserer Bundesländer müssten Antisemitismusbeauftragte berufen werden. Fakt ist, dass Israel an den deutschen Staat Erwartungshaltungen richtet, welche es selbst nicht als Wert erachtet. Man erinnere sich, der UN-Teilungsplan für Palästina wurde am 29. November 1947 von der UN-Generalversammlung als Resolution 181 (II) angenommen. Diese sah unter anderem vor, dass Jerusalem (einschließlich Bethlehem) als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte.

Nicht für andere Völkergruppen

Unverständlich bleibt, dass Israel ein Gesetz, das den Entzug der Aufenthaltsgenehmigungen von Palästinensern in Ost-Jerusalem ermöglicht, plant. Man bedenke, Israel hat im Sechstagekrieg 1967 Ost-Jerusalem erobert und später annektiert.

Das erweckt den Anschein, dass ausschließlich israelische Gesetze akzeptiert und als richtig erachtet werden, jedoch allen anderen keinerlei Wert beigemessen wird. Leicht wird Verantwortung und Schuld an andere abgeschoben. Das schürt den Eindruck: Israel nur für das jüdische Volk, nicht jedoch für andere Glaubensrichtungen oder Völkergruppen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2DDrAen