Leserbrief

Japan macht es vor

Zum Pro und Kontra „Für die einen überdimensioniert, für die anderen komfortable Autos: Sind SUV noch zeitgemäß?“ vom 10. September:

Vorweg: Dass Herr Eisner, der für die Motorseiten zuständige Redakteur, sich hier für das sogenannte SUV in die Bresche wirft, mag nicht wirklich zu erstaunen. In dieser Sache kann er nicht ganz unvoreingenommen sein. Jenseits dessen – die Nachfrage ist das eine. Aber was ist mit dem Angebot, den Herstellern und ihrer Modellpalette? Vor Jahren gab es zahlreiche sogenannte Mini-Vans. Das perfekte Stadt- und kleine Familienauto. Opel Meriva? Audi A2? Fiat Idea? Peugeot 1007? Alle verschwunden zugunsten von sogenannten Kompakt-SUV, die alle größer und schwerer sind und trotzdem innen weniger Platz bieten. Oder die legendäre Mercedes A-Klasse ? Ein echter Fünfsitzer, deutlich unter vier Metern lang, extrem variabel, höheres Sitzen als in den meisten SUV von heute und mehr Beinfreiheit als in der S-Klasse. Abgelöst von einer flachen Flunder gleichen Namens.

Können unsere Ingenieure es nicht mehr? Oder dürfen sie nur nicht? Da sind wir wieder bei Henne und Ei, Anbieter und Verbraucher. Wie auf so vielen Feldern des Marktes, von Fleischproduktion bis zum Billigtextil. Eine Überlegung zum Schluss: Wie wäre es, Fahrzeuge nach Grundfläche und Gewicht zu besteuern, und zwar stark exponentiell? Würde einige Probleme lösen, vom Platzbedarf in den Städten über Verschleiß der Infrastruktur bis zu zum CO2-Ausstoß? Es funktioniert – Japan macht es vor!

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2lRLeju