Leserbrief

Kein Platz für Weihnachten

Zum Thema Anglizismen:

Vor einiger Zeit wurde in den Medien noch von Weihnachten in überlieferter Form in unserer Sprache berichtet. Nach meinen Kenntnissen gibt es im Schulunterricht noch das Lernfach Deutsch. Schlägt man heute eine Zeitung auf, verschlägt es dem Leser die deutsche Sprache. In der Gegenwart – auch Corona-Pandemie genannt – wird von einem harten Weihnachts-Lockdown geschrieben.

Es hat sich eine neue deutsche Sprache entwickelt, unter anderem schreibt man von Citymarketing of Christmas, Sales Manager, Covid 19, Corona, Sars-CoV 2, Facebook, AHA-Regeln, Silhouette, KITA, Zertifikate, House-Schulung, Workshop, Modul-Team, Migration, Coronakonform, Sleepapnoe, Website, T-Shirt, Modelabel, Ökostandard, Crowdfunding, Online Shop, To go, Location, Diskreditierung, Street-Live, Inzidenz, RKI, PEI, Liveblog, WEB, Leopoldina, FFP2-Masken, Coupons, Biontech, Curevac, Valczin und so weiter. Leider verdrängen und lähmen die Corona-Pandemie, Lockdown und Corona-Tote nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch das offene und freiheitliche Leben in unserer Gesellschaft. Man kann auch von gefühlter Corona-Panik sprechen.

Von „Stiller Nacht“ bis „Oh du fröhliche“ bleibt kein Platz mehr in den Medien für das besinnliche Fest Weihnachten. Als Wort des Jahres würde ich die Wörter „Deutsche Sprache“ vorschlagen und nicht Corona-Pandemie. Allerdings habe ich in diesem Zusammenhang ganz vergessen, dass wir in Deutschland unsere Heimat haben; aber wir sind dank unserer Politiker fügsame EU-(Europa)Bürger, denn die Amtssprache ist nun mal Englisch, obwohl die Engländer gar keine EU-Bürger mehr sind. Quovadis deutsche Sprache, übersetzt heißt es „Wohin gehst Du deutsche Sprache?“

(Willibald Stumpf, Bürstadt-Bobstadt)