Leserbrief

Zum Thema Kunsthalle

Kein Wegwerfartikel

Es ist traurig, dass man bei der Neubaudiskussion übersieht, dass die Mannheimer Kunsthalle mit ihrem Jahresumsatz einer schlecht frequentierten Wurstwarentheke über Schätze verfügt, die nun seit über zwei Jahren nicht zu sehen sind. Gibt es bei all den Museumsflächen im Umkreis (REM, Hack) keine Möglichkeit, zumindest die wichtigsten Werke Mannheims zeitweise auszustellen und zu vermarkten? Stattdessen wird über den Abriss einer Immobilie schwadroniert, die leider nicht in das ästhetische Konzept der Kunsthallenleitung passt.

Es ist traurig, aber wahr - Mannheim scheitert an den Mindestanforderungen einer Europäischen Kulturhauptstadt, denn Mannheim erkennt seine Werte nicht. Architektur der 80er ist nicht wertlos - Gebäude sind keine Wegwerfartikel - Kultur ist mehr als Zeitgeist.

Viele Facetten Mannheimer Kunst und Kultur könnten sicherlich weit besser dargestellt werden, als dies heute geschieht. Die Fläche dafür ist da - mitten in der Innenstadt. Die Quadrate T 4 und T 5 stehen zur Verfügung. Hier kann Grünfläche entstehen (Bertha Benz Platz), die diese Stadt so dringend zum Atmen benötigt und hier ist Platz für einen Pavillon der Kunst und Kreativität. Vielleicht finden sich ja auch Sponsoren für ein solches Projekt in den Quadraten?

Das Herschelbad in unmittelbarer Nähe ist schon heute als reines Schwimmbad nicht mehr überlebensfähig, braucht eine Erweiterung in seiner Funktion und kann dabei sicher sinnvoll einbezogen werden. Die gesamte Östliche Unterstadt würde somit deutlich aufgewertet und könnte wesentliche Impulse für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt setzen. Die Unterstadt gewänne an Attraktivität - so sieht Stadtreparatur aus, die diesen Namen verdient.

Lassen Sie uns dieses Konzept als Alternative zum Abriss und Neubau des Mitzlaffbaus öffentlich diskutieren.