Leserbrief

Keine anderen Sorgen?

Zum Artikel „Am Kanal durch Ilvesheim“ vom 22. Juli:

Der Radschnellweg Mannheim-Heidelberg wird wohl für mehr als zehn Millionen Euro realisiert werden, obwohl an Ausstattung und Sinnhaftigkeit berechtigte Zweifel bestehen. Trotzdem sind einige Mitbürger, Gemeinderäte und Fraktionen der Meinung, in Edingen bestünde dringender Ausbaubedarf für den Rad- und Fußweg entlang des Neckars.

Es ist überhaupt nicht zu erkennen, wie dieser Bedarf zu belegen wäre. Schöne Worte und salbungsvolle Ausführungen ersetzen keine Argumente. Übrigens: Haben Gemeinde und Gemeinderäte in der jetzigen Zeit keine anderen Sorgen? Die Verschuldung steigt und keiner weiß, wie lange die Corona-Pandemie noch andauert. Die öffentlichen Einnahmen brechen weg und keiner macht sich Gedanken, wie die kommenden Aufgaben gestemmt werden sollen.

Weg ist zu schön

Vielleicht sollte zu diesen Fragen ein fraktionsübergreifender Arbeitskreis gebildet werden. Es wäre höchste Zeit, denn das Vertrauen in die vom Volk gewählten Vertreter*innen schwindet. Auf dem Rad-Fußgängerweg fehlen vor allem Rücksichtnahme und die Bereitschaft, manchmal auf die Durchsetzung der eigenen Interessen zu verzichten. Der Weg ist zu schön um ihn zu einer Radfahrerautobahn zu degradieren und ich benutze und genieße ihn täglich. Manchmal auch trotz rüpelhafter Radler.

Hermann Schneider, Edingen-Neckarhausen

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