Leserbrief

Leserbrief Zu „Es ist alles nur noch . . .“ (FN, 2. Oktober 2018)

Keine Hetze mit Doktortitel

Sehr geehrte Frau Baum,

Sie werden sich jetzt fragen, warum ich nicht „Frau Dr. Baum“ schreibe? Die Antwort ist der Inhalt dieses Briefes: Ich habe letzte Woche meine Masterarbeit an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg abgegeben, erwarte jetzt voller Hochspannung den Bewertungsprozess und muss mich für die Staatsexamina in meinen Unterrichtsfächern im nächsten Jahr vorbereiten. Das ist beziehungsweise war alles ein riesiger Arbeitsaufwand.

Sieben Jahre Studium neigen sich dem Ende. Die Ansprüche sind enorm, und so hat man Respekt vor den jeweiligen Dozenten. Umso mehr, als die meisten in der Tat humanistisch gebildete Menschen sind – und in der Regel auf persönlicher Ebene angenehme Zeitgenossen. Als ich Ihren Brief las, fiel ich fast vom Glauben ab. Man sagte mir, Sie seien Zahnärztin.

Ich sag’ ihnen was, Frau Baum: Mein Zahnarzt ist ein hervorragender Philanthrop, und er würde nie solche vor Hass und Menschenverachtung triefenden Zeilen schreiben.

Was Sie machen: Sie spielen mit diffusen Ängsten der Menschen und wollen diese nicht abbauen, sondern verstärken und für Ihre menschenverachtende Politik instrumentalisieren.

Da wir in einem freien Land leben, kann ich Sie von dieser Politik (leider) nicht abhalten. Ich kann Sie jedoch hiermit öffentlich auffordern: Ziehen Sie nicht die Akademia in den Schmutz, indem Sie solche Hetze betreiben und Ihren Doktortitel wie zum Beweis noch frech darunter setzen.

Ihr Falk Hagelstein (bislang ‘nur’ B.A. Englisch und Geschichte mit Erziehungswissenschaftlichem Staatsexamen).