Leserbrief

Zum Thema Gartenanlagen in der Au / Artikel vom 14. Juni

Keine Straße durch die Au

Jahrzehntelang haben wir Hobbygärtner unsere Kleingartenanlagen in der "Alten und Wilden Au" mit Hingabe und großem Engagement gehegt und gepflegt. Einzigartige Naturparadiese sind entstanden, Rückzugsorte und Ruhepole für lärm- und stressgeplagte Großstädter, die mit ihrem Hobby auch noch einen nicht unwesentlichen Beitrag für Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz leisten.

Umso unbegreiflicher für uns, diese Rückzugsinseln für den kleinen Mann, diese extrem schützungswürdigen Naturreservate sollen im Zuge der BuGa-Planungen für immer zerstört werden. Und das, obwohl uns die Politik immer und immer wieder versprochen und garantiert hat, dass unsere Gartenanlagen durch eine BuGa in der Au in keinem Fall negativ tangiert eher aufgewertet, verbessert werden würden.

Nun aber werden wir mit einer für uns gänzlich anderen, unbegreiflichen Wahrheit konfrontiert. Mit der geplanten Verlegung der Straße am Aubuckel entlang der Riedbahn mitten durch unsere Kleingärten stehen unsere geliebten Kleingartenanlagen plötzlich vor dem totalen Aus.

Denn unabhängig davon ob nun 35, 45 oder 100 Gärten durch die Verlegung der Straße direkt verschwinden, auch die restlichen Gärten werden dann wertlos und müssen von uns aufgegeben werden. Es macht absolut keinen Sinn, einen Garten in nächster Nähe zu einer vielbefahrenen, mehrspurigen Straße zu hegen und zu pflegen, auch wenn ein Lärmschutzwall angelegt werden sollte.

Betrogen und belogen

Nein, durch die sich abzeichnende Verlegung der Straße mitten durch unsere Gärten werden sie unbrauchbar. Unfassbar! Wir fühlen uns durch die Versprechungen und Beteuerungen unserer Politiker extrem getäuscht, betrogen und belogen. Da wurde wieder einmal politisches Vertrauen leichtfertig verspielt. Für ein so umstrittenes, in jedem Fall aber teures Event von gerade einmal 160 Tagen sollen einmalige Naturrefugien, die mit viel Liebe und großem materiellen Einsatz über viele Jahre angelegt wurden, für immer zerstört werden. Nein, das werden wir nicht widerstandslos akzeptieren. Wir werden die Verlegung der Straße durch unsere Gärten mit allen demokratischen und juristischen Mitteln verhindern.

Wir bitten alle Kleingartenvereine der Region, sich mit uns zu solidarisieren und uns zu unterstützen. Alle naturverbundenen Mannheimer und alle Mannheimer guten Willens sind aufgerufen, sich unserem Kampf anzuschließen. Die Verlegung der Straße durch die Au mitten durch unsere Gärten ist keine vernünftige Alternative, eher eine ökologische Katastrophe, in jedem Fall aber ein Schildbürgerstreich der besonderen Art.

Originalartikel unter bit.ly/1meg8dn