Leserbrief

Keine Zweifel am Klimawandel

Zu den Leserbriefen „Leserreaktionen zur Alt-Debatte“ vom 1. September:

Als langjähriger Leser und Abonnent schätze ich Ihre Zeitung, auch weil Sie versuchen, die Dinge von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten. So kommen bei verschiedenen Themen auch immer wieder Autoren mit „abweichenden Meinungen“ zu Wort. Besonders groß ist das Meinungsspektrum naturgemäß bei den Leserbriefen.

Trotz Ihrer Mühe um Meinungsvielfalt werden Sie vermutlich redaktionsintern einen Satz von Regeln haben, in denen festgelegt ist, wie weit die Meinungsvielfalt gehen kann. So werden Sie sicherlich nicht jeden Leserbrief mit einer noch so kruden Meinung abdrucken. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass immer mal wieder Leserbriefe zum Thema Klimawandel abgedruckt werden, und zwar auch solche, die die Existenz eines Klimawandels oder seine Folgen leugnen.

Es geht um den Umfang

Beispiel: In der Ausgabe von „Leser und Nutzer“ vom 1. September schreibt Herr Wajda unter anderem: „Dem Angst und Panik verbreitenden Pamphlet des Klimapopulisten ...“ und „Solange in der Öffentlichkeit kein ideologiefreier objektiver Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema menschengemachter Klimawandel stattfindet,...“. In der Wissenschaft gibt es heute keinerlei Zweifel mehr, dass der Mensch das Klima massiv beeinflusst. Lediglich der konkrete Umfang der zu erwartenden Klimaveränderung und deren Folgen werden noch diskutiert, was unter anderem mit der Komplexität des Themas und den zugrundeliegenden Rechenmodellen zu tun hat.

Kein seriöser Wissenschaftler wird aber den menschengemachten Klimawandel grundsätzlich leugnen. Aus meiner Sicht sollten Sie daher Ihre Regeln dahingehend erweitern, dass Leserbriefe und Artikel, die behaupten, dass der menschengemachte Klimawandel nicht existiert, beziehungsweise die die Folgen verharmlosen, nicht in Ihrer Zeitung erscheinen.

Blick in die Region

Es geht hierbei nicht darum, unterschiedliche Meinungen zu einer Sache zu unterdrücken. Vielmehr geht es darum, „alternativen Fakten“ beziehungsweise „Fake News“ keine Plattform mehr zu geben. Außerdem würde ich mir wünschen, wenn Ihre Zeitung beim Thema Klimawandel tatsächlich die Aufgabe eines „Meinungsmachers“ annimmt und das Thema – vielleicht im Rahmen einer kleinen Serie – aufgreift und beleuchtet. Dabei ist sicher von besonderem Interesse, was der Einzelne dagegen tun kann, welche Initiativen es regional gibt und von welchen Folgen wir in der Region ausgehen müssen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2IemZDa