Leserbrief

Zum Thema Marcel

Keiner merkts?

Ich habe für alle Beteiligten Mitgefühle. Ich verstehe nur nicht, wie es geht, dass sozusagen unter den Augen von Familienhilfe und Jugendamt ein Kind verstirbt - und keiner hat's gemerkt! Kann es denn sein, dass eine Mutter, die alle Hilfen ablehnt, einfach so ihr Kind sterben lassen darf, ohne dass man der Mutter mit rechtlichen Mitteln das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzieht, um diesem Kind wenigstens ein Sterben im sauberen Bett zu ermöglichen?

Kraft der "elterlichen Sorge" darf eine Mutter ihr Kind dann also auch sterben lassen. Wenn sie keine Hilfe wollen, soll es so sein. Gibt es den § 1666 - Gefährdung des Kindeswohles - nicht mehr? Ich habe nicht gehört, dass es diesen Paragrafen nicht mehr gibt.

Es wurden die Wünsche der überforderten Mutter über das elende Leben des Kindes gestellt- bei aller Mühe, die das Jugendamt vielleicht aufgewendet haben mag - und alle "Standards" eingehalten wurden, wie es heißt.

Wenn alle alles richtig gemacht haben, wie konnte es denn dann soweit kommen, dass eine sowieso todgeweihtes Kind in seinem eigenen Dreck liegt und verhungert und keiner, keiner hat's gemerkt, trotz häufiger Besuche amtlicherseits?