Leserbrief

Kindern wird die Kindheit genommen

Zum Artikel „Das war für uns ein Schock“ vom 15. Dezember:

Herr Spahn hat ja vor ein paar Tagen erst verkündet, dass er nach Kosovo und wer weiß wohin reisen will, um Pflegekräfte anzuwerben. Das bedeutet aber erst einmal ziemlich viel Arbeit. Hier sind zwei Menschen, die in diesen Berufen tätig sind, ehrenamtlich noch mitarbeiten, bestens integriert sind und finden sich nebst ihren drei Kindern auf einmal in einem Auffanglager zum Abschieben wieder.

Ja, die Kinder – ich mag gerne glauben, dass solche Aufgaben weder für die Polizei noch für das Jugendamt besonders angenehm sind. Ich weiß es aus eigener, furchtbarer Erfahrung in meinem Beruf, denn manchmal mussten wir Kinder, die gefährdet sind oder waren, gegen ihren und den Willen der Eltern aus einer Wohnung herausholen. Ich bin bei solchen Aktionen, die Gott sei Dank nicht so oft vorkamen, um Jahre gealtert und die Kinder waren traumatisiert.

Unwirklich und beschämend

Diese Geschichte ist so unglaublich und so schlimm, ein Schandfleck für Mannheim. Was wäre wohl gewesen, wenn die Polizei sich geweigert hätte (ich sowieso), dieses Amtshilfeersuchen durchzuführen? Wäre Herr Kretschmann dann selbst gekommen und hätte den Kindern die Kindheit genommen und den Eltern ihre Existenz? Das ist so unwirklich und beschämend, es gibt immer Ausnahmen von Gesetzen. Und das alles vor Weihnachten! Von Petra Stacha, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2A5ycTO

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