Leserbrief

Klarheit schaffen

Zum Artikel „Minikameras als Beweis erlaubt“ vom 16. Mai:

Das BGH-Urteil ist wieder einmal ein genialer Juristensatz. Er erlaubt bei Prozessen Aufnahmen, die laut Datenschutz verboten und strafbar sind. Wie soll das vonstattengehen?

Wenn ich losfahre, kann mir schon am nächsten Eck die Vorfahrt genommen werden, also muss ich die Kamera von Anfang an eingeschaltet lassen, da ich ja nicht wissen kann, wann ein Unfall passiert. Wenn keiner erfolgt ist, muss man jetzt sofort löschen, andernfalls erst speichern.

Ich habe nach einem unverschuldeten Unfall – eine Fahrerin ist mir von links kommend in den Wagen gefahren, sie kam gerade von einer Strahlenbehandlung und behauptete bei Grün gefahren zu sein – nichts beweisen können. Es kam zum Vergleich, für mich ein Nachteil. Seither fahre ich nur mit Kamera, denn das passiert mir nicht wieder. Ich habe nicht das geringste Interesse an Straßenbildern, werde aber die Kamera in Zukunft jedes Mal nach Fahrtende löschen.

Wie steht es denn aber mit dem Datenschutz bei Drohnenaufnahmen und solchen von internationalen Konzernen, die durch die Straßen fahren? Da kräht kein Hahn danach. Warum also diese Hysterie wegen Datenschutz? Es werden so viele Bilder in der Öffentlichkeit geschossen, auf denen ich auch mal zu sehen sein könnte, aber nichts passiert. Die Juristen sollten ein für alle Mal Klarheiten schaffen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2Jb0Rg9