Leserbrief

Klima Arena – gut gemeint, schlecht gemacht

Zum Artikel „Angela Merkel und Winfried Kretschmann eröffnen ,Erlebnishaus’ der Ökologie“ vom 8. Oktober:

Als langjährige, dem Umweltschutz verschriebene Bürger aus Sinsheim beobachten wir mit zunehmendem Zorn das Projekt der „Klima Arena“ neben dem Fußballstadion der TSG Hoffenheim.

Dietmar Hopp ist sicherlich ein guter Mensch und ein ehrlicher Idealist. Das schützt ihn aber leider nicht davor, dass mit seinen Millionen oft unsinnige beziehungsweise wenig durchdachte und von der Sache her gering ambitionierte Projekte umgesetzt werden.

Ein wirklich krasses Beispiel ist die kürzlich eröffnete „Klima Arena“. Welche Leute hier das Sagen haben und für die Realisierung stehen, konnte man (wir haben dies nur als Zaungäste beobachten können) bei der Eröffnung sehen: Kein Gast kam mit der S-Bahn, alle fuhren mit weit überdurchschnittlichen Karossen vor, die dem Klimaschutz Hohn sind: Wir haben allein 17 Porsche, 52 SUV und weitere andere Edelmarken gezählt!!

Aber schlimmer noch ist die Zahl der Betonmischmaschinen, die wir in den beiden Jahren der Bauzeit haben regelmäßig zählen können: Die Verdichtung und Bebauung unbebauter Grünflächen – kaum ein Beitrag oder gar Vorbild für den Klimaschutz.

Aber dann das wirklich Unglaubliche: Obwohl direkt neben tausenden von fast immer leeren Stadionparkplätzen platziert, wird auch noch ein Parkhaus (!!) gebaut. Dem Auto so Tribut zu zollen und es so in den Mittelpunkt zukünftiger Mobilitätsstrategien zu stellen ist geradezu absurd für ein Projekt wie eine „Klima Arena“!

Dabei gehören die tausende von Parkplätzen letztlich dem Gleichen, der auch jetzt das Parkhaus hat bauen lassen: Dietmar Hopp!!

Aber wahrscheinlich weiß der arme Mann dies gar nicht. Jedenfalls scheint es für seine Mitarbeiter vor allem wichtig zu sein, sich selbst mit einem weiteren klimabelastenden Bauwerk solch ein „Denkmal“ zu setzen.

Wäre hier nicht ein Elektroshuttle zum S-Bahnhof der passendere Anzug für eine Klima Arena gewesen? Oder ein Fußweg von 100 Metern von den Stadionparkplätzen, die bis auf vier Stunden alle 14 Tage immer frei sind und für sich schon eine Umweltsünde im Sinne der Versiegelung riesiger Flächen sind?

Nein, auch ein Parkhaus muss noch daneben gesetzt werden. Klimaschutz, gute Nacht!

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2Mox3vU