Leserbrief

Leserbrief Zu „Räumung ist ein Verbrechen“ (FN, 14. September)

„Kniefall der Politik vor dem Konzern-Lobbyismus“

Es ist offensichtlich, dass „triftige“ Gründe für die Räumung des Hambacher Forsts hergeholt werden müssen, um die Rodung durch den RWE-Energiekonzern zu rechtfertigen und den Braunkohleabbau schnell noch zu realisieren, bevor es für diesen Kohleabbau in der Region zu spät ist.

Und das, obwohl Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Greenpeace, Politiker und Aktivisten sich gegen den Braunkohleabbau auf allen Ebenen stark machen.

Die triftigen Gründe für die Räumung sind „angebliche Brandgefahr und Selbst-Gefährdung der Aktivisten“.

Selber als Aktivistin im Hambacher Forst tätig, weiß ich, wie Menschen friedlich die Bäume, den Wald, die dort lebenden Tiere, unser Ökosystem retten möchten, mit all ihrer Kraft die ihnen zur Verfügung steht.

Hat die Polizei nicht andere Aufgaben, als Baumbesetzer in Nacht- und Nebelaktionen von den Bäumen zu holen?

Die ÖDP (Ökologisch Demokratischen Partei) betont ihre Hochachtung gegenüber den Aktivisten, die ohne Gewalt den Forst retten wollen; und den Demonstranten, die sich gegen den weiteren Braunkohleabbau im rheinischen Revier stemmen.

Sie sind aus Sicht der Ökodemokraten ein Zeichen für aktive, beherzte Demokratie. Ihr Einsatz ist wichtig, um die dringend notwendige Kehrtwende beim Klimaschutz sichtbar zu machen.

Wenn die RWE im Oktober wieder Baumrodungen zugunsten von Braunkohleabbau durchführen darf, erkenne ich einen weiteren Kniefall der Politik vor dem Konzern-Lobbyismus.