Leserbrief

Zum Thema Disput um Kosten für Musikschule, "MM" vom 11. 3.

Konkurrenz durch private Anbieter

In dem Artikel wird erwähnt, dass der Ladenburger Bürgermeister die detaillierten Gründe für den Rückgang der Schülerzahlen an der Musikschule der Stadt Ladenburg nicht nennen konnte. Nun, da kann ich Licht ins Dunkel bringen. Seit einiger Zeit gibt es drei private Konkurrenzangebote in der Stadt, zwei im Bereich Musikgarten und Musikalische Früherziehung, eines im Bereich Tanz.

Traditionell waren dies in der Musikschule zuvor stark nachgefragte und frequentierte Bereiche, und das war wichtig für die Gesamtfinanzierung, da bei einer Gruppenstärke von zehn Kindern der Zuschussbedarf im Gegensatz zu Einzelunterricht oder kleineren Gruppen nicht so hoch ausfällt.

Brechen hier Schülerzahlen ein, dann kann es schon zu einer schwierigeren Finanzlage kommen, ohne dass die Musikschulleitung da viel tun kann. Denn schließlich kann man den Privatpersonen ihre Tätigkeit nicht verbieten. Und Erhöhungen des Nutzungsentgeltes wären hier übrigens kontraproduktiv, da dann der Zustrom zur privaten Konkurrenz noch zunehmen würde. Die von Carola Schuhmann eingeforderte Zusammenarbeit mit den allgemeinbildenden Schulen existiert bereits, zum Beispiel in Form von Bläserklassen an Realschule und CBG. Merkwürdig ist auch, dass es - man möchte sagen fast wie immer - nur Diskussionen um die Musikschule gibt. Dass andere Einrichtungen, die wie die Musikschule zu den freiwilligen Leistungen der Stadt zählen, wie etwa Bibliothek, Museum oder Schwimmbad, ebenfalls steigenden Zuschussbedarf haben, der zum Teil deutlich über dem Anstieg bei der Musikschule liegt, stört offenbar niemanden.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich halte auch diese Einrichtungen für wichtig, aber ich verstehe nicht, wieso immer nur bei der Musikschule diese Diskussionen aufkommen.