Leserbrief

Korrigieren Sie den Spinelli-Beschluss!

Zum Artikel „Von „richtig“ bis „mutlos“ vom 4. Oktober:

In seiner Etatrede erklärt Oberbürgermeister Peter Kurz: „Wer auf den Klimawandel nicht reagiert, ist nicht zukunftsfähig“. Handelt es sich dabei um bloße Lippenbekenntnisse oder lässt der Mannheimer Gemeinderat Taten folgen?

Die ganze Klimamisere offenbart sich exemplarisch bei der Gestaltung des Konversionsgeländes von Spinelli: Bereits im Klimagutachten von Ökoplana im Jahre 2013 empfahl der Sachverständige für die Spinelli-Frischluftschneise als Teil des regionalen Grünzuges Nordost eine Breite von mindestens 600 Meter, damit eine gute Kaltluftzufuhr für Mannheim gewährleistet ist. Schon damals wies der Sachverständige ausdrücklich auf die verstärkte Wärmebelastung von Mannheim durch Klimaerwärmung hin; Mannheim lag schon damals bei den jährlichen Wärmebelastungen an der Spitze in Baden-Württemberg.

Er warnte davor, dass ab 2025 mit etlichen zusätzlichen heißen Tagen (über 30 Grad) gerechnet werden müsse. Doch was tat der Gemeinderat? Er beschloss mehrheitlich – ausgerechnet im Bereich des Grünzuges – eine massive Wohnbebauung, die nur eine Frischluftschneise von weit weniger als 400 Meter zuließ! Nach der neuesten Karte zur Aufstellung des Flächennutzungsplanes bezüglich des Baugebietes Käfertal-Süd/Rott könnte die Schneise sogar auf rund 300 Meter reduziert sein.

Zukunftsfähigkeit sichern

Zudem werden die massiven Bebauungen auf Spinelli und Käfertal-Süd zu einer deutlichen Zunahme des Kfz-Verkehrs mit den entsprechenden Schadstoffemissionen sowohl auf den bereits hochbelasteten Straßen wie Aubuckel, Neustadter Straße und Wingertsbuckel als auch in den Anwohnerstraßen von Käfertal-Süd und Feudenheim-Nord führen.

Sehr geehrter Herr Dr. Kurz, sehr geehrte Mitglieder des neuen Gemeinderates: Wenn Sie Klimaschutz wirklich ernst nehmen wollen, dann lassen Sie bitte auch Taten folgen: Korrigieren Sie den damaligen Grundsatzbeschluss zu Spinelli und sichern Sie die ökologische und klimatologische Zukunftsfähigkeit der Stadt für die kommenden Generationen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/311AspQ