Leserbrief

Kritik an Nikolas Löbel

Zum Interview mit "Angela Merkel wird nicht auf Nikolas Löbel warten" vom 26. September:

Der interessierte Leser erfährt zunächst, dass sich Nikolas Löbel über seinen Sieg freut und diesen als "kleine Sensation" bezeichnet, bleibt dann aber hängen an der Aussage, der Direktkandidat der AfD habe alle seine Erststimmen "bei der CDU geklaut". Geklaut? Ein kurzer Blick in die Wörterbücher bestätigt die Einschätzung, dass diese Vokabel umgangssprachlich für entwenden, stehlen seit Jahrhunderten im Sprachgebrauch verankert ist.

Arrogant und selbstgerecht

Hoppla, denkt sich der Wahlbürger: Was ist denn da passiert? Handelt es sich um Wahlbetrug? Wurden hier Stimmen gestohlen und verschoben? Nach kurzem Überlegen dürfte sich der ein oder andere die Frage stellen, wie um Himmels Willen es einem Kandidaten mit einem derartig miserablen Stimmergebnis einfallen könne, sich solcherart arrogant und selbstgerecht zu äußern - und möglicherweise auf den Gedanken kommen, bei der nächsten Wahl sich seine Stimme ebenfalls "klauen" zu lassen.

Kurzum: Die etablierten "Volksparteien" möchten sich doch bitte wenigstens ab und an Gedanken darüber machen, ob sie nicht möglicherweise wesentlich mitverantwortlich für bestehende massive Missstände sind, bevor sie mit der ganz großen Suppenkelle lupenreinsten Populismus pur über ihrem Wahlvolk ausgießen. (Christoph Wittmann, Mannheim)

Gleich nach der Bundestagswahl gab es in Mannheim ein freudiges Ergebnis: Herr Löbel geht nach Berlin. Die schlechte Nachricht: Er will auch Stadtrat bleiben. Hat er, außer Grillparties, auch Politik im Sinn?

Er möchte sein Hauptthema - Güterzugumfahrung - neben 708 anderen Bundestagsabgeordneten zur Sprache bringen. In Berlin hat man auf dieses Thema schon brennend gewartet. In einer Fernsehsendung wurde neulich berichtet, dass immer mehr junge, lokale, gerne große Bundestagsabgeordnete werden wollen.

Kann man verstehen, bei der Bezahlung. Ob die da alle schon genügend Erfahrung im Polit-Zirkus mitbringen, darf stark bezweifelt werden. Es sei denn, das jahrelange Motto von Frau Merkel - gesagt nach der Wahl - in der Ruhe liegt die Kraft, begleitet den Wähler weitere vier langweilige Jahre. Das wäre dann der größte Hammer. (Klaus Anacker, Mannheim)