Leserbrief

Kritische Radweg-Führung

Zur Serie Radwegtest, Folge 7: "Mit dem Rad zu Schule", "MM" vom 14. September 2017

Da haben Sie sich eine wirklich kritisch zu sehende Radweg-Führung vorgenommen, die ich persönlich durch tägliche Benutzung sehr gut kenne. Die hier dargestellte Zick-Zack-Kurs (von der sogenannten Stahlkreuzung Richtung Verkehrskreisel Neckarhausen) wird von keinem Radfahrer und schon gar nicht von Schülern benutzt.

Alle fahren entlang der Speyerer Straße (heute eine der verkehrsreichsten Straßen der Gemeinde) zunächst auf dem parallel angelegten Rad-und Fußgängerweg und ab Höhe der Gärtnerei (im Bereich der Einmündung der Friedrich-Ebert-Straße) weiter auf der Speyerer Straße - vielfach und mit Vorliebe aber auf dem Bürgersteig, begünstigt durch den Umstand, dass die Fußgänger-Frequenz sich stark in Grenzen hält.

In diesem Bereich aber - und das macht die Nutzung für Radfahrer so kritisch - ist die Speyerer Straße nicht nur einspurig (je Fahrtrichtung), sondern auch ausgesprochen eng (und für schwere LKWs und Busse zugelassen). Auch der Bürgersteig hat nur eine Breite von etwa 1,60 Meter. Jeder weiß das, natürlich auch die Verantwortlichen des Bauamtes, so dass der aufgezeigte Zick-Zack-Kurs eine reine "Alibi-Funktion" hat, die mit der realen Nutzung nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. Um so gravierender das Gefahren-Moment!

Hinzu kommt, dass der ersatzweise und illegal genutzte Bürgersteig gefährliche Schlaglöcher aufweist, auf die ich den Bauamtsleiter schon vor etwa zehn Jahren erstmals hingewiesen habe.

Nun die Frage: Welche Lösung böte sich an? Da kein zusätzlicher Raum geschaffen werden kann, wo keiner ist, und die Nutzung eines Fahrrades zunehmend propagiert und auch in Betracht gezogen wird, ist die häufig in Holland praktizierte Abhilfe vielleicht naheliegend. (Holländer gelten als Pragmatiker!) Erstens: Absenkung des Bürgersteigs auf Straßen-Niveau und Kenntlichmachung durch Verkehrs-Zeichen bzw. -Hinweis und rote Färbung des Belags! Zweitens: Tempo 30 und Parkverbot ab Einmündung der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Verkehrskreisel. Das ist bei weitem keine Ideal-Lösung, aber mit Sicherheit eine große Entspannung der Verkehrssituation.