Leserbrief

Kulturlandschaft wird zerstört

Zum Thema Kulturveranstaltungen:

Zerstören wir gegenwärtig unsere Kulturlandschaft? Die große Bedeutung der positiven Wirkung der Kulturveranstaltungen auf unsere Gesellschaft steht außer Frage. Jedoch wird sie gegenwärtig durch überzogene und übermäßig strenge Auflagen für Konzerte und anderen Kulturveranstaltungen unangemessen reduziert und das gegenwärtig in unverantwortlichem Ausmaß.

Besucher warten auf inspirierende Veranstaltungen, viele Künstler sind oder werden arbeitslos und stehen vor dem Ruin, viele Kulturveranstalter und andere Veranstalter verlieren die Basis ihrer Existenz. Was wird in wenigen Monaten von der viel gelobten und einzigartigen deutschen Theater- und Kulturlandschaft noch übrig bleiben? Mittlerweile gibt es viele Experten in Kultur und Gesellschaft, die diese Maßnahmen der Reduzierung nicht für angemessen halten und sie kritisch hinterfragen und sie teilweise sogar für gefährlich halten.

Warum reagieren unsere Politiker nicht angemessen auf die Erfordernisse und Erfahrungen wie zum Beispiel in Salzburg und an anderen Orten. Darf es sein, dass der Rosengarten für den Mozartsaal, der über 2000 Sitzplätze hat, nur 500 Plätze belegen darf und dass im Nationaltheater (NTM) im großen Haus bei rund 1000 möglichen Plätzen nur 200 belegt werden dürfen? Bedenken die Verantwortlichen die Auswirkungen auf die bisher treuen Stammbesucher, die sich nicht mehr in gewohnter Weise begegnen dürfen? Für viele Menschen ist das Erleben unserer Kultur Lebensinhalt, denn hier trifft man sich und tauscht sich aus.

Labsal für das Publikum

Ich war am 8. September im Luisenpark zum Konzert des NTM-Orchesters mit wunderbaren Solisten. Es war wunderschön, endlich einmal wieder Livemusik zu hören. Es war Labsal für das Publikum und die Künstler. Die Karten für zwei Konzerte waren ruck zuck weg, viele gingen leer aus. Doch wie ist das zu verstehen, wenn zum Beispiel in einer Sitzreihe mit 19 regulären Plätzen nur sechs belegt werden und die Reihen davor und dahinter nicht besetzt werden dürfen? Man darf nicht vergessen, dass diese Veranstaltung im Freien und wie in einem Amphitheater stattfand.

Wenn ich sehe, wie die Menschen, wie zum Beispiel am Wasserturm, dicht an dicht sitzen und Tausende bei Demos in engen Reihen mitmachen oder auf den Planken ohne Abstand flanieren können, so empfinde ich, dass hier unter Missachtung unserer Kultur mit zweierlei Maß gemessen wird. (von Elfriede Breitwieser, Heddesheim)