Leserbrief

Kurpfälzer stellen Licht unter Scheffel

Zum Artikel „Gut vernetzt und mit Humor“ vom 10. Juli:

Ich las mit einiger Betroffenheit, dass ein Mannheimer Stadtrat auf die Frage, wo er geboren sei, sozusagen mit gesenkter Stimme Ludwigshafen nannte. Ja, wie denn das? Ich bin Mannheimerin und Mannemer Bloomaul, aber ich kenne auch Ludwigshafen recht gut. Ich habe zehn Jahre als Journalistin bei der Ludwigshafener „Rheinpfalz“ gearbeitet und mir dort das Rüstzeug geholt für den Berufsweg zur „FAZ“. Ich meine, die Ludwigshafener können auf ihre Heimatstadt genau so stolz sein wie die Mannheimer auf ihre.

LU mag nicht gerade die schönste Stadt der Republik sein. Aber was ist dort nicht alles entwickelt und erfunden worden! Das synthetische Düngemittel, das heute die halbe Welt ernährt und seinen Erfindern den Nobelpreis eintrug, das Magnetofonband, Ausgangsprodukt für zahllose Video- und Audio- Artikel, die ersten Farbstoffe, der Schaum-Kunststoff Styropor, die Textilfaser Nylon 6, Pflanzenschutzmittel und vieles andere mehr bis hin zum UV-Filter in der Sonnencreme und zum Superabsorber in der Babywindel.

Ludwigshafen darf stolz sein

Diese Erfolge hat nicht nur ein Chemieunternehmen, sondern diese Erfolge haben die Ludwigshafener errungen. Und darauf dürfen sie stolz sein. LU macht von sich und seinem Potenzial ebenso wenig her wie Mannheim, in dem das Modell des ersten Automobils der Welt auch erst seit relativ wenigen Jahren am Friedrichsplatz präsentiert wird. Wir Kurpfälzer stellen alle unser Licht gern unter den Scheffel. Wenn Mannheim, Heimat des Autos und des Fahrrads, die Welt bewegt hat, dann hat LU die Welt ernährt und ernährt sie noch heute. Und darauf darf diese Stadt wahrhaft stolz sein, und die, die dort geboren sind, auch. Ulla Hofmann, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2XWthh9