Leserbrief

Leserbrief Zur Klimapolitik

Lacherfolg statt Erfolgsgeschichte

Die steigende Temperaturkurve gilt als Symbol für den menschengemachten Klimawandel. Jeder Uno-Klimabericht stellte die entsprechende, wirkungsvolle Grafik in den Mittelpunkt. Der Weltklimarat IPCC bleibt nach internationalen Presseberichten in dem Entwurf für seinen neuen Sachstandsbericht 2013 bei seinen Feststellungen, dass der Mensch den Klimawandel der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich verursacht hat. "Es ist extrem wahrscheinlich, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima mehr als die Hälfte des beobachteten Anstiegs der weltweiten Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche von 1951 bis 2010 verursacht hat", heißt es dort. Aber es wurden im Vorfeld der Diskussionen um den neuen Klimabericht Zweifel laut, ob das alles noch so stimmt.

Heute lesen und hören wir nun in allen Medien, dass die Zweifel berechtigt sind. Das Klima hat sich seit 15 Jahren nicht weiter erwärmt, die Kurve zeigt nicht mehr nach oben, obwohl die Menschheit zunehmend Kohlendioxid in die Atmosphäre pustet - in bisher nie gemessenen Dimensionen. Der Stillstand der Durchschnittstemperatur zeigt, dass die Unsicherheiten der Klimaprognosen überraschend groß sind. Man darf gespannt sein, ob der Klimareport der Uno, der im September erscheinen soll, die Pause der Erwärmung aufgreifen wird und wie.

Als Nicht-Experte in Sachen Klima, aber als aufmerksamer Beobachter und Mitbeteiligter der klimapolitischen Debatten der letzten Jahre sehe ich mich in meiner Auffassung bestätigt, dass wir uns von den einschlägigen Weltuntergangspropheten wohl haben verrückt machen lassen. - Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Der Klimawandel existiert, aber hat allenfalls zu einem sehr geringen Teil menschliches Handeln (Industrie, Auto, Heizung etc.) als Ursache.

Wenn sich bestätigt, was die neuesten Meldungen verbreiten, wird man fragen müssen, warum sich alle Parteien in unseren Parlamenten nahezu kritiklos dem Mainstream ergeben haben, dass der Klimaerwärmung durch Gesetze und Verordnungen begegnet werden kann. Welche Hybris kommt da zum Ausdruck? (Das - grüne - baden-württembergische Umweltministerium nennt sich "Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft", als ob ein Landesminister das Klima bestimmen könnte; wenn, dann allenfalls das politische.)

Die Hintergründe für die neuesten Schlagzeilen sind keinesfalls neu. Zahlreiche namhafte Wissenschaftler weisen seit Jahren darauf hin, dass es auch andere als anthropogene Ursachen für den Klimawandel gibt.

Dennoch sind die Botschaften nicht falsch, dass man Energie zu sparen hat. Die Ressourcen, aus denen wir Energie für Produktion, Verkehr, Heizung etc. schöpfen, sind endlich und knapp, weshalb sie vor allem teuer sind. Diese Thematik muss aber von Ideologie und Parteiprogrammen befreit werden. Forschung und Technik sind vor allem gefragt, und hier haben wir Milliarden mit falscher Motivation und irrigen Begründungen vergeudet.

Die deutsche Energiepolitik, die weltweit eher als Lacherfolg als eine zukunftsweisende Erfolgsgeschichte wahrgenommen wird, hat volkswirtschaftliche Ressourcen vergeudet.

Die jetztverbreiteten Erkenntnisse sollten Anlass für Umdenken sein.