Leserbrief

Langfristige Strategie

Zum Thema Corona:

Ich weiß, dass Weihnachten für Deutsche sehr sehr wichtig ist. Ich weiß, dass das Wort „Ausnahme“ manchmal sehr schön klingt. Ich verstehe aber nicht, warum wir in Deutschland in dieser kritischen Weihnachtszeit eine Ausnahme brauchen. Meiner Meinung nach ist unser eigentliches Alltagsleben, das weder Lockdown noch Masken braucht, zurzeit viel wichtiger und viel schöner als die Ausnahme an Weihnachten. Nicht wahr? (von Yumiko Sangen-Emden, Mannheim)

Ich halte es wie Professor Julian Nida-Rümelin: Ich erwarte von der Politik eine mittel- bis langfristige Strategie. Man sollte die „Best Practices“ im Umgang mit der Pandemie sammeln und auf die zeitliche Umsetzbarkeit prüfen. Unstrittig ist ja, dass die älteren Menschen geschützt werden müssen, denn sie sind am meisten gefährdet. Masken, Taxischeine, Einkaufszeiten, Tests & Co. für diese Bevölkerungsgruppe müssen kommen. Außerdem muss der öffentliche Nahverkehr durch zusätzliche Busse in den Stoßzeiten entlastet werden. Volle Busse und Bahnen müssen verhindert werden.

Es ist jetzt genug Zeit, dass zu organisieren und gegebenenfalls einen Zeitplan festzulegen, bis wann welche Maßnahmen umgesetzt werden können. Das erzeugt wieder Vertrauen in unsere Regierung und Planungssicherheit seitens Wirtschaft, Schulen und der Bevölkerung. Ideal wäre eine EU-weite Umsetzung. Dann hätte auch hier die Politik gezeigt, dass sie das Geld verdient, das jedes Jahr nach Brüssel fließt. (von Stefan Willenbücher, Ludwigshafen)

Die nächtliche Ausgangssperre ist endlich eine Maßnahme, die etwas nützen kann, nicht die Falschen bestraft und nichts kostet. Hoffentlich werden die Corona-Maßnahmen in der umgekehrten Reihenfolge abgeschafft, wie sie eingeführt wurden. Träumen darf man ja ... (von Thea Gauer, Mannheim)

Ja, ich lasse mich impfen, und zwar so bald wie es möglich ist! Warum? Ich gehöre einer Hochrisikogruppe an und ich bin empört über diese Coronaleugner und Querdenker, die zwar ihr verfassungsrechtlich geschütztes Recht auf Demonstration wahrnehmen – aber von Neonazis, Reichsbürgern und anderen Verfassungsfeinden okkupiert werden.

Diese Leute scheuen sich nicht, schwere Verläufe und Todesfälle in Kauf zu nehmen, weil ihnen wissenschaftliche, nachweisbare Erkenntnisse über das Virus völlig egal sind.

Für Skepsis gegenüber Impfungen habe ich Verständnis, aber ich habe nicht so viel Angst vor eventuellen Nebenwirkungen als vor Covid-19. Ich bin strikt gegen eine Impfpflicht, aber starke Einschränkungen unserer persönlichen Freiheit sind notwendig zur Bekämpfung des Virus, da bin ich leider, wie die Querdenker, unbelehrbar. Alles, was der Überwindung dieser Heimsuchung dient, bringt uns alle der Rückkehr zu einem normalen Leben näher, nicht heute, nicht morgen, aber hoffentlich bald! Nur Solidarität, besonders mit gefährdeten Menschen, hilft uns allen. Ignoranz ist asozial! (von Hubert Becker, Mannheim)