Leserbrief

Leser dieser Zeitung verurteilen Nikolas Löbels Verhalten

Zur Berichterstattung über Nikolas Löbel:

Die letzten Wochen habe ich mit großem Interesse die Berichterstattung über Nikolas Löbel verfolgt. Ich war der festen Überzeugung, dass sein Verhalten nicht toleriert werden wird. Der nicht ausreichend vorhandene Mietraum für Familien in Mannheim und Heidelberg wird schon sehr lange beschrieben und diskutiert. Herr Löbel hat als CDU-Mitglied und Bundestagsabgeordneter eine, für mich, sensible Funktion inne, die jeder Politiker für sich als Vorzeige-Mensch haben sollte.

Den Besitz eines Mehrfamilienhauses sei jedem gegönnt und Renovierungen/Sanierungen gehören für jeden Besitzer eines Eigentumes zur Investitionserhaltung dazu. Man darf aber aufhorchen, wenn nach demselben ein Mietpreis pro Quadratmeter erhoben wird, der deutlich über dem Mietspiegel in Mannheim liegt. Was genau ist daran christlich? Dass Herr Löbel dazu noch einem langjährigen Mieter das Recht auf Zurückführung in seine fast 40 Jahre bewohnte Wohnung verweigert mit der Begründung, er habe seine Familie beleidigt, grenzt an Hohn angesichts der Initialen seiner Partei. Die Wohnung wurde an Studenten weitervermietet und somit gewinnbringend auf den Markt geworfen.

Ich finde das sehr erschreckend, dass Herr Löbel mit hervorragenden 168 Stimmen (seiner Partei) weiter machen darf wie bisher und seine Herausforderin Frau Müller in ihre Schranken verwiesen wird. Wir beobachten schon länger, dass ein Mann jenseits des Großen Teiches machen kann, was er will, und damit durchkommt. Ich hätte nie gedacht, dass sowas bei uns auch funktioniert. (Silke Peters, Ladenburg)

Nikolas Löbel „habe einen persönlichen Reputationsschaden hinnehmen müssen“. Mit Mühe nur kann sich der geneigte Leser hier der Tränen erwehren – insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass bis Stand heute kaum ein Unrechtsbewusstsein bei Herrn Löbel erkennbar ist. Namentlich das offensichtlich vollständige Fehlen eines Verständnisses dafür, als gewählter Volksvertreter peinlich genau auf eine Trennung zwischen Privatgeschäften und politischem Mandat sowie auf penible Einhaltung und Beachtung der geltenden Rechtslage und Regelungen achten zu müssen, zeichnet für den fassungslosen Bürger und Steuerzahler ein desolates Bild der Personalie Löbel.

In die erbärmliche Gesamtschau der eigenproduzierten Opferrolle passt die vage Erinnerung daran, dass Herr Löbel vor noch nicht allzu langer Zeit behauptet hatte, ihm seien „Wählerstimmen geklaut“ worden. Es bleibt dringend zu hoffen, dass seine Parteikollegen mit Blick auf die allgemeine Politikverdrossenheit und den wachsenden Unmut in der Bevölkerung zu einer gemeinsamen klaren Haltung finden werden. Nikolas Löbel sollte umgehend zurücktreten – und zwar von all seinen politischen Ämtern und Aufgaben. (Christoph Wittmann, Mannheim)

Lieber Herr Löbel, bitte ziehen Sie Ihre Kandidatur für die CDU im Wahlkreis Mannheim für die Bundestagswahl 2021 zurück. Geben Sie Ihrer CDU-Gegenkandidatin, die Chance, den Wahlkreis für die nächsten vier Jahre zu erobern mit voller Unterstützung aller in der Mannheimer CDU. Das wäre die sauberste Lösung und die einzige, die Ihre Ankündigung Vertrauen zurückgewinnen zu wollen, glaubwürdig erscheinen lässt.

Was alles in der „Mietaffäre“ rechtlich korrekt war oder nicht, was moralisch als Bundestagsabgeordneter berechtigt und nachvollziehbar ist oder nicht – das ist für Bürger und Wähler nicht mehr entscheidend. Alleine, dass die ganze Angelegenheit seit Monaten die Schlagzeilen im Wahlkreis und mittlerweile bundesweit bestimmt – ist nicht mehr vereinbar mit dem, für das sie angetreten sind.

Sie schaden damit sich, der Stadt Mannheim, damit den Bürgern, dem Image und der CDU vor wichtigen Wahlen in Ausnahmezeiten! Es gibt viel wichtigere Themen, die den Menschen unter den Nägeln brennen! Diese kommen in der öffentlichen Diskussion viel zu kurz. Das ist nicht in Ordnung. Nehmen Sie sich die Zeit, alles gewissenhaft aufzuklären, offen, transparent und nachvollziehbar. Sie sind jung und können danach sicher politisch wieder neu durchstarten. Aber bitte nicht zur Bundestagswahl 2021. Vielen Dank! Alles Gute. (Christian Böttcher, Heidelberg)

Nikolas Löbel, noch vor drei Jahren als junger Hoffnungsträger überraschend in den Bundestag gewählt, steht hoffentlich vor dem Ende seiner politischen Karriere. Und das zu Recht. Grund dieser nicht absehbaren Entwicklung ist seine Verwicklung in ein mit Worten kaum zu beschreibende Auseinandersetzung mit einem seiner Mieter.

Unbegreiflich ist sein unanständiges, beschämendes und wenig einsichtiges Verhalten gegenüber diesem Mieter? Ist es Überheblichkeit, Arroganz oder am Ende sogar Dummheit? Meint er wirklich, er könne sich als Bundestagsabgeordneter alles erlauben, selbst eklatanteste Verstöße gegen alle Rechtsnormen und einfachste Anstandsregeln?

Sein Verhalten ist eines deutschen Bundestagsabgeordneten einfach unwürdig. Unbegreiflich auch, dass der Fraktionsvorsitzende der CDU, ein Parteikollege, die Verteidigung seines Parteifreundes übernommen hat. Dass er nicht versucht hat, diese ganze Angelegenheit noch irgendwie menschlich, anständig zu regeln, wirft auch auf ihn kein gutes Licht. Auch er ist in einer Volkspartei wie der CDU nicht mehr tragbar. (Klaus Brückner, Mannheim)

Da gibt es einen Mandatsträger in und aus Mannheim (ein Zufall, dass er bei der CDU ist?), der sich allem Anschein nach als über dem Gesetz stehend begreift. Erst überredet er einen langjährigen Mieter, während der Renovierung in eine Übergangswohnung zu ziehen (dass er dafür eine Wohnung der GBG zu Unrecht nutzt, davon weiß er als Stadtrat angeblich nichts), um diesem Mieter dann nach wenigen Tagen die Wohnung zu kündigen. Während der Kündigungsschutz noch läuft, vermietet er diese Wohnung bereits weiter, um vollendete Tatsachen zu schaffen.

Laut Amtsgericht Mannheim war dies verbotene Eigenmacht. Dies riecht nach der Maut-Methode des Verkehrsministers Scheuer: Tatsachen schaffen, während die Gerichte noch beraten. Man steht halt über dem Gesetz und wird schon irgendwie durchkommen. (Walter Hagen, Heddesheim)

Philipp Amthor, Nikolas Löbel – die neue Politikernachwuchsgeneration der CDU – sauber! Interessant finde ich die Äußerungen einiger CDU- Mitglieder zur Berichterstattung des „MM“. Sie zeigt mir, welche Geisteshaltung sich dahinter verbirgt. Diesen Sprachduktus kannte ich bisher eigentlich nur bei der „blauen“ Partei! (Karl Sinn, Mannheim)

Es betrifft den letzten Satz Ihres Artikels, Nikolas Löbels Worte auf der Bühne: „Ich bin die bessere Frau in Berlin.“ Darauf muss ich antworten: Nein, Nikolas Löbel, niemals die bessere Frau – nur der schlechteste Mann! Weder als Frau noch als Mann sind Sie geeignet für Berlin. (Hannelore Lohwasser, Mannheim)

Mit großem Interesse habe ich die Berichterstattung des „Mannheimer Morgen“ zur Angelegenheit Löbel gelesen. Haben Sie vielen Dank dafür. Fasziniert hat mich die Wortwahl führender Mitglieder der Mannheimer CDU: „Medienkampagne“, „Mannheimer Prawda, die ihre Befehle direkt aus dem Mannheimer Kreml erhält“, „Geproetel“, „Kindergarten-Berichterstattung“. . . Irgendwie habe ich die Begriffe „System-Presse“ oder „Lügen-Presse“ vermisst. Doch das sind Formulierungen, für die eine andere Partei noch das Urheberrecht hat. Insgesamt war es eine perfekt inszenierte und gut gelungene Veranstaltung eines Berufspolitikers. Es bleibt abzuwarten, ob das die Wähler auch in gleicher Weise beeindruckt. (Wolfgang Weber, Mannheim)

Mit seinen 34 Jahren hat Nikolas Löbel schon viel in seinem politischen Leben erreicht. Und wo die Reise endet, kann keiner vorhersagen. Ebenso, was er schon alles für seine Heimatstadt Mannheim geleistet hat, dafür gilt ihm allergrößter Respekt. Ob allerdings seine Verfehlungen in der GBG-Geschichte charakterlich in Ordnung waren, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Vor allem die Aussperrung eines langjährigen Mieters aus seinem sanierten Haus und die überteuerten Mieten hinterlassen doch ein fades Geschmäckle. Genauso die Anmietung von Drehscheibenwohnungen der GBG, welche eigentlich nur Mitgliedern zusteht.

Wenn zudem dann auch noch zwei CDU-Mitglieder des Kreisvorstandes – in Form von Herrn Chris Rihm und Andreas Pitz – mit sofortiger Wirkung zurücktreten, lässt dies auch Zweifel zu, ob bei der Vorgehensweise von Herrn Löbel alles richtig war und ob nicht er stattdessen die Konsequenzen für einen Rücktritt hätte tragen müssen? Hinzu kommt, dass er ein verdientes CDU-Mitglied wie Herrn Egon Jüttner bei der Wahlkreisversammlung lächerlich macht, indem er ihm entgegnet – er wäre die bessere Frau in Berlin – als Frau Maike-Tjarda Müller. Dies zeugt nicht von all zu großem Respekt gegenüber anderen.

Einmal an der Macht und schon verliert mancher seine gute Kinderstube. Es scheint so, dass er in manchen Dingen nicht so unschuldig ist, wie er sich immer gerne hinstellt. Trotz ständiger Opferrolle und Unfehlbarkeit. Sollte sich Herr Löbel zudem noch einer unlauteren Medienkampagne durch den „MM“ ausgesetzt fühlen, dann sehe ich für seine weitere politische Zukunft nur eine Möglichkeit: Heiligsprechung durch Papst Franziskus. Und das schon zu Lebzeiten. (Gunter Engert, Mannheim)

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