Leserbrief

Leser lehnen verkaufsoffenen Sonntag zur Eröffnung der Planken ab

Zum Artikel „Größer als das Stadtfest“ vom 15. Februar:

So gerne ich den „Mannheimer Morgen“ täglich lese, die Fürsprache für den verkaufsoffenen Sonntag (jetzt zum Plankenfest) im Sinne der Geschäftswelt stört mich. Mein Geld kann ich bei etwas Vernunft leider nur einmal ausgeben, und auch in der Woche.

Allein die Vorstellung, im Gedränge des Festes mit mehr oder weniger prall gefüllten Einkaufstüten hin und her geschubst zu werden, stößt mich ab. Die zwangsläufig beschäftigten Verkäuferinnen und Verkäufer möchten doch sicher auch den freien Sonntag genießen. Dieser Tag hat grundsätzlich einen Mehrwert!

Schon wieder gibt es eine Ausnahme. Nicht genug damit, dass die Stadtverwaltung offenbar der Meinung ist, dass der Abschluss der Plankensanierung mit einem „gigantischen“ Fest (Was kostet das? Und wer bezahlt das?) gefeiert werden muss und damit schon wieder eine Ausnahme ihrer vormals gefassten Beschlüsse über Bord wirft. Es ist ja grundsätzlich nichts gegen Feiern zu sagen. Eines ist mir dabei aber nicht klar: Warum müssen denn für diese Veranstaltung am Sonntag die Geschäfte in der Innenstadt geöffnet sein?

Und dafür suchen die Stadt und die Werbegemeinschaft sogar die Unterstützung und den Segen der Kirche – und die willigt auch noch prompt ein. Ist der Sonntag denn neuerdings „verkaufsoffen-heilig“? Die Kirche wirft mit diesem Einverständnis zu einer händler- und gewinnorientierten Veranstaltung tatsächlich ihre eigenen Grundsätze der Sonntagsruhe über Bord.

Der Einzelhandel will in den Mannheimer Quadraten die Geschäfte am Sonntag, den 7. April 2019, zur Eröffnung der neu gestalteten Planken aufmachen. Das lehne ich ab, denn es ist erwiesen, dass sowohl bei längeren Öffnungszeiten unter der Woche als auch bei Sonntagsöffnungen kein Umsatzplus in den Geschäften der Innenstädte erwirtschaftet wird.

Total enttäuscht bin ich darüber hinaus von den beiden Kirchen, die einen bewussten Bruch des dritten Gebotes, „Du sollst den Sonntag heiligen“ in Kauf nehmen – und das nur deshalb, weil man einen scheinbar guten Grund für die Sonntagsöffnung gefunden hat.

In diese Kritik schließe ich auch die Partei mit dem C ein, die ebenfalls immer Gründe für eine Sonntagsöffnung findet. Mir bleibt da zum Schluss nur noch eines zu sagen: Das alles ist äußerst beschämend.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2tFPMtQ