Leserbrief

Leser schreiben zum Turley-Verkauf

Zum Thema Turley-Verkauf:

Das muss man nun wirklich sagen: Ohne den „Mannheimer Morgen“ wäre der Turley-Skandal nicht in dieser öffentlich wirksamen Form thematisiert worden. Ihre konsequente Arbeit unterstützt die an der Aufklärung dieses Vorfalls mit großer Bedeutung interessierten Kreise. Hier muss Klarheit geschaffen werden, die Versuche, den Skandal herabzuspielen, sind gescheitert. Die Stellungnahme der Beteiligten ist bisher absolut unbefriedigend.

Mathias Wagner, Mannheim

Ich kenne da so einen Ausspruch: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Das hat mich (93) bewogen, Hilfe in unserem Grundgesetz zu suchen. Also schaffte ich mir eine Ausgabe an. 7,90 Euro, 49. Auflage 2018. Die oben angeführte Aussage fand ich nicht, aber Formulierungen wie „Staatliche Gemeinschaft“ oder ähnliche.

Und nun zum Kern meines Anliegens: Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen“, Artikel 3 „Gleichheit vor dem Gesetz“, Absatz 2 „Frauen und Männer“. Also zur Würde: Warum haben alle Immobilienhaie zum Beispiel mehr Würde als alleinerziehende Frauen und Männer, die um Sozialhilfe betteln müssen. Dazu Artikel 14, Absatz 2 „Eigentum verpflichtet“: Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Steckt da nicht Eigennutz hinter Gemeinnutz? Wie kann es dann sein, dass Immobilienhaie Häuser leer stehen und vergammeln lassen und Baugrundstücke in bester Lage blockieren, um daraus Kapital zu schlagen.

Beispiel Mannheim: Einer kauft für sechs Millionen und verhökert für 36 Millionen und das Ende ist noch nicht abzusehen. Da wäre es doch sinnvoll, einen Weg zu suchen, wie dem vorzubeugen wäre. Etwa Steuern in Höhen, die diesen Immobilienhaien den Appetit verderben. Ich höre schon wieder die Gegenstimmen: Dann gehen die ins Ausland, keine Investitionen, keine Arbeitsplätze und so weiter. Aber die vom „Gemeinwesen“ erbrachten Gelder für Grundsicherung, Wohnungsbau, Kitas, Förderung derer, die die staatliche Gemeinschaft tragen und die Haie könnten wieder etwas abschöpfen durch Investitionen. So könnte vielleicht der Teufelskreis geschlossen werden.

Hans Sommer, Mannheim

Ich finde es nicht schlimm, dass in Mannheim die amtlichen Uhren etwas langsamer gehen als in Großstädten wie Frankfurt oder Karlsruhe. Schlimm ist natürlich, dass solche Zocker die Substanz einer Stadt verletzen, ohne etwas Unrechtes getan zu haben.

Noch schlimmer finde ich die Arroganz, die im Mannheimer Baudezernat herrscht: So bat man mich kürzlich um eine Einsichtnahme wegen einer Bauaktivität des Nachbarn und ich nahm mir extra frei. Am Empfang im Collini-Center saß dann eine überforderte Telefonkraft, die zuständige Sachbearbeiterin war krank, obwohl sie wenige Tage davor angeboten hatte, ohne Anmeldung vorbeizukommen. Herr Quast hingegen lässt keine Anrufe in seinem Sekretariat zu.

Alfred Schneider, Mannheim

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