Leserbrief

Leser schreiben zur Käfertalschule

Zum Artikel „Zwölf Kinder scheiden aus“ vom 20. Dezember:

Ich frage mich, warum sich der „MM“ in dieser Ausführlichkeit mit einer Sache befasst, die meiner Ansicht nach in vernünftigen und konstruktiven Gesprächen zwischen den Betroffenen, der Schulleitung sowie dem Schulamt geklärt werden sollte.

Ob es sich im vorliegenden Fall tatsächlich um „Psychoterror“ handelt, scheint nicht einmal gesichert zu sein, da nicht alle Eltern und Schüler diese Meinung teilen. Trotzdem nimmt sich eine Elterngruppe heraus, die Pädagogin „vorzuverurteilen“ und gar „psychisch und physisch“ anzugreifen, unterstützt durch die Aufmachung in Ihrer Zeitung. Dieses Verhalten ist in meinen Augen genauso verwerflich wie das der Lehrerin vorgeworfene. Von Claudia Ludwig, Mannheim

Am Beginn des zweiten Schulhalbjahrs der Klasse 4 wird von den Lehrkräften für jedes Kind eine Empfehlung ausgesprochen, welche weiterführende Schulart jedes Kind nach der Grundschule besuchen sollte. Dieser Grundschulempfehlung liegt eine pädagogische Gesamtwürdigung zugrunde, welche die bisherige Lern- und Leistungsentwicklung des Kindes, sein Lern- und Arbeitsverhalten sowie seine Lernpotenziale berücksichtigt.

Diese Grundschulempfehlung setzt natürlich voraus, dass im ersten Halbjahr der vierten Klasse ein Leistungsniveau gefahren wird, das diese Empfehlung erst ermöglich. Gerade in dieser Zeit sind Grundschullehrer nicht selten einem erheblichen Erwartungsdruck der Eltern ausgesetzt, die „verständlicherweise“ für ihr Kind eine Gymnasialempfehlung erwarten. Eine Empfehlung für andere Schultypen wird oft als Abwertung aufgefasst und von manchen Eltern mehr oder weniger aktiv „bekämpft“.

Der Lehrer ist dann schuld, wenn die Noten nicht die Erwartungen der Eltern entsprechen. „Mein Kind könnte ja, ... wenn es wollte, ... wenn es doch nur ausreichend motiviert würde ...“ Als Gymnasiallehrer habe ich oft diese armen überforderten Kinder erlebt und ihren „Rücksturz“ nach ein bis zwei Jahren verfolgt. Wenn ich lese, dass ein großer Teil der Eltern und der befragten Schüler keine Probleme mit der Lehrerin hatten, bleibt für mich ein ungutes Gefühl. Von Wolfgang Weber, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2QRrLhs

Zum Thema