Leserbrief

Leser zur Videoüberwachung

Zum Kommentar „Erschreckend gleichgültig“ vom 4. September:

Frau Wazulin, möchten Sie nicht gefilmt werden? Macht nichts. Die amerikanischen Überwachungs- und Ausspähgiganten sowie Datensammler haben Sie doch längst auf dem Schirm. Denn was dort so manche von sich preisgeben, grenzt schon an Selbstzerstörung. Und keiner weiß, was mit den gesammelten Daten so alles passiert. Was glauben Sie, warum 80 Prozent der Mannheimer die Videoüberwachung gut finden? Auch die Mannheimer Polizei spricht schon jetzt von einem großen Erfolg.

Mich stören die Kameras nicht. Kleiner Tipp von mir: Wenn Sie Ihr Smartphone nicht brauchen, dann schalten Sie es aus. Damit kein Bewegungsprofil von Ihnen erstellt wird. Also warum die Aufregung? (von Klaus Anacker, Mannheim)

Mannheim ist unsicher geworden

Wenn 80 Prozent der Mannheimer Bevölkerung mit der Videoüberwachung einverstanden sind, dann hat das handfeste Gründe und sind das keine Spinnereien. Wer nichts zu verbergen hat und keine kriminellen Absichten hegt, der kann sich mit ruhigem Gewissen filmen lassen. Das Video wird ja auch nach kurzer Zeit wieder gelöscht! Mannheim ist eben in den letzten vier bis fünf Jahren unsicherer geworden, so dass sich gerade ältere Personen, vorwiegend in den Abendstunden, in der Stadt nicht mehr sicher fühlen und deswegen lieber zu Hause bleiben.

Ich persönlich finde das traurig, weil diese Generation Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut, zu Wohlstand und auch wieder zu Anerkennung in der Welt gebracht hat. Diese Menschen brauchen an ihrem Lebensabend Sicherheit und keine kriminellen Machenschaften gewisser Bevölkerungsgruppen. Deshalb begrüße ich, und viele Mannheimer Bürger tun das ebenfalls, die Videoüberwachung. (von Franz-Josef Haas, Mannheim)

Sicherlich hat Lisa Wazulin recht, wenn sie in ihrem Kommentar schreibt, dass wir uns nicht an eine Videoüberwachung gewöhnen, beziehungsweise wir eine solche Überwachung nicht akzeptieren sollten. Allerdings vergisst sie – durch den Blick ihrer rosaroten Brille – dass sich die Straftaten in den letzten Jahrzehnten auch gewaltig geändert haben. Demzufolge müssen auch die Maßnahmen und Gesetze auf die jeweiligen Situationen angepasst werden. Konnte man vor 50 Jahren noch sicher durch die Mannheimer Innenstadt schlendern, hat sich – auch in Folge des Flüchtlings- beziehungsweise Migrationszuzugs – die Kriminalität im Allgemeinen erhöht. Auch wenn einem die Polizeistatistik etwas anderes vermitteln will.

Verbrechen werden verhindert

Andere Kulturen bringen auch andere Probleme mit sich. Und auf solche muss dementsprechend reagiert werden. Was nicht heißen soll, dass unsere Deutschen, ebenso andere Nationen, keine Straftaten mehr begehen. Ferner verstehe ich Frau Wazulin nicht, was Verwerfliches an einer Videoüberwachung ist, wenn dadurch Verbrechen verhindert, beziehungsweise wenn eine Straftat im Keim erstickt wird? Deshalb: Wer nichts zu verbergen beziehungsweise „kein Dreck am Stecken“ hat, braucht sich auch nicht vor einer Videoüberwachung zu fürchten. Sie dient lediglich zum Schutze jedes einzelnen Mannheimer Bürgers. (von Gunter Engert, Mannheim)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2kqcxBg 

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