Leserbrief

Leserforum gute Möglichkeit

Zum Leserbrief „Stadtspitze liest keine Leserbriefe“vom 15. November:

In dem Leserbrief wird die berechtigte Frage gestellt: Werden Leserbriefe überhaupt von den Politikern vor Ort so wahrgenommen? Und wenn ja, was geschieht dann? Wie reagiert man darauf? Oder eben halt auch nicht? Der Anspruch eines Dialogs zwischen oben und unten hat in den letzten Jahren an mehr Bedeutung gewonnen. Man möchte mit ins Boot genommen werden bei wichtigen Entscheidungen. Denn das Ganze hat ja immer der Bürger zu bezahlen.

Eine gute Möglichkeit ist gerade hier das Leserforum einer Tageszeitung. Die Frage stellt sich hierbei, inwieweit beide Seiten zu solch einem Dialog sich wirklich bereit erklären. Wir sprechen von unserer Stadt oder von unserer Gemeinde – es geht also um das Gemeinsame, und das bedarf immer wieder mal eines Austausches, und das nicht nur im kleinen Rahmen. Viele Politiker würden das wohl auch gerne, doch wie sehr dürfen sie als einzelne Politiker spontan zu Themen überhaupt Stellung nehmen, ohne sich nicht gleich wieder bei ihrer Partei rückversichern zu müssen?

Ursache und Wirkung

Vieles wird benannt und angeprangert, warum man sich so verhält, die Dinge so sehen will, doch hierbei wird zu wenig Ursachenforschung betrieben. Und das leider oft nur von einer Seite. Zu wenig wird hierbei das Ganze in den Blick genommen. Das Prinzip von Ursache und Wirkung zu wenig betrachtet. Man kocht gerne sein eigenes Süppchen und will von dem, was sich da noch tut, nicht allzu viel wissen. Man will doch oder vielleicht doch auch nicht den mündigen Bürger.

Es genügt nicht mehr, sich erst dann im verstärkten Maße um die Anliegen der Bürger zu kümmern, wenn wieder mal Wahlen anstehen. Es gibt nicht wenige, die dann sagen: „Ach was solls, letzen Endes machen die die da oben doch das, was ihnen in den Sinn kommt.“ Was sagte einst Martin Luther: „Man muss dem Volk aufs Maul schauen“. Lebendiger Dialog entsteht im bewussten Kennenlernenwollen, woraus dann Vertrauen und Verstehen verwirklicht werden kann. Eine lebendige Demokratie ist nur stark, wenn wir ein gleichwertiges Wir erleben können.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2sJ6taJ