Leserbrief

Leserreaktionen zur Alt-Debatte

Zum Debattenbeitrag „Ist die Welt noch zu retten, Herr Alt?“ vom 11.8.:

Es ist erwünscht, die Dreckschleudern von Braunkohlekraftwerken mitsamt den alten Steinkohle- sowie den restlichen Atomkraftwerken stillzulegen. Doch zunächst müssen schleunigst die 380 kV-Gleichstrom-Höchstspannungstrassen von Nord nach Süd zustandegebracht werden (was in keinem Land der Welt bisher geplant, geschweige denn durchgeführt wurde). Mehr als 35 Prozent Volatile (Sonne & Wind) passen nun einmal nicht in industrielle Wechselstromnetze wegen der nötigen Grundlastfähigkeit.

Der Autor weiß ganz genau: Das Weltklima ist ein träges Wesen, der Dampfer hat einen sehr langen Bremsweg. Was an Erderwärmung jetzt auf uns zukommt, ist das Ergebnis von Klimasünden, die vor Jahrzehnten begangen wurden, nicht nur in den letzten Jahren. Deren Folgen stehen uns erst noch bevor. Um eine drastische Änderung herbeizuführen, genügt es nicht, nur in Deutschland „innerhalb einer Gnadenfrist von 15 bis 20 Jahren“ eine „intelligente Wendezeit zu organisieren“. Auf der ganzen Welt müsste nicht nur die „Energiewende“ deutscher Art, sondern auch die „Verkehrswende, die Wasserwende, die Bau- und Landwirtschaftswende“ gleichzeitig stattfinden.

Ist das überhaupt realistisch? Darüber hinaus müsste man das ganze Treibhausgas aus unserer Atmosphäre zurückholen und im Erdreich verpressen, wo es hergekommen ist! Das geht natürlich nicht. Einerseits zitiert der Autor ausführlich künftige Schreckensszenarien (Mojib Latif, Institut für Klimafolgenforschung Potsdam: Dominosteine-Kippeffekt, Überflutungen, Sammelklage gegen EU), andererseits wird für das Gelingen einer „hundertprozentigen Energiewende“ (nur in Deutschland?) plädiert. Welch ein Trugschluss!

Da bleibt nur zu hoffen, dass bis 2050 eine Speichermöglichkeit für Sonne und Wind gefunden wird, dass weltweit die Verkehrsträger (Straße, Bahn, Schiff, Flugzeuge) auf alternative Antriebe (Elektro? Solar? Brennstoffzellen?) umgestellt werden, die energetische Gebäudedämmung überall umgesetzt wird und so weiter. Ob dies alles wahr wird? Man könnte meinen, der Autor sei Lobbyist der Solar-, Windrad-, und Biomüllheizkraftwerk-Industrie!

Heinz und Gisela Conradi, Frankenthal

Dem Angst und Panik verbreitenden Pamphlet des Klimapopulisten (einfache Antworten auf komplexe naturwissenschaftliche Sachverhalte) Franz Alt möchte ich ein Zitat von Heinz Miller, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Alfred Wegner Instituts für Polar- und Meeresforschung in der „Zeit“ entgegenhalten: „Die reale Welt unterscheidet sich von der gefühlten medialen Wirklichkeit. Klima lässt sich nicht schützen und auf eine Wunschtemperatur stabilisieren. Das Klima kann nicht kollabieren. Die Natur kennt keine Katastrophen.“

Den wilden Spekulationen von Herrn Alt seien einfache Rechercheergebnisse, wie sie jedem Interessierten heutzutage zugänglich sind, entgegenzuhalten: Noch kein einziges Atoll im Pazifik ist bis heute wegen eines steigenden Meeresspiegels verschwunden. Auf Seite zehn der gleichen Beilage mowird interessanterweise erklärt, warum Inseln und Strände verschwinden: durch rabiaten Sandabbau. Nach Prophezeiung der „Canberra Times“ vom 26. September 1988 dürften die Malediven gar nicht mehr existieren.

Fidschi wird niemals untergehen. Jeder, der im Erdkundeunterricht nicht geschlafen hat, weiß, dass Fidschi sehr gebirgig ist, mit bis zu 1300 Meter hohen Erhebungen. Es gibt keine Klimaflüchtlinge. Es gibt nur eine dramatische Überbevölkerung sowohl in Afrika als auch auf den Südseeatollen. Auf Kiribati (Gilbert-Inseln) tummeln sich mittlerweile über 100 000 Insulaner. Dieser Bevölkerungsdruck ist die Ursache von Migration. Es breiten sich auch keine Dürregebiete aus. Das Gegenteil ist der Fall: Die Erde wird grüner, wie neueste Satellitendaten zeigen („Spiegel Online“, 29. April 2016).

„Solange Skeptiker als ,Leugner’ diffamiert werden, haben fachfremde Personen wie Herr Alt leichtes Spiel.“

Mehr Regen in der Sahelzone. Seit 1982 ist eine Grünfläche doppelt so groß wie die USA hinzugekommen. Auch gibt es in Deutschland seit 1991 keine Zunahme der Waldbrände, wie man der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung entnehmen kann. Die Faktensuche ließe sich beliebig fortsetzen. Offensichtlich glaubt tatsächlich eine Mehrheit der (fachkundigen?) Bevölkerung, wie neueste Umfragen zeigen, solchen Weltuntergangsszenarien eines Herrn Alt.

Hätte man zu Zeiten Galileos eine Umfrage gestartet zum Thema „was ist das Zentrum des Sonnensystems?“, dann hätten garantiert 99 Prozent der Befragten der Meinung der damaligen Kirchenvertreter zugestimmt, dass die Sonne sich um die Erde dreht und Galileo wäre ein verdammter Leugner gewesen. Solange in der Öffentlichkeit kein ideologiefreier objektiver Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema menschengemachter Klimawandel stattfindet, solange Skeptiker als „Leugner“ diffamiert werden, haben fachfremde Personen wie Herr Alt leichtes Spiel, ihre pseudoreligiösen Texte unters Volk zu bringen. Wenn sogar die Kirchen einseitig zum Thema Stellung nehmen, sollten eigentlich bei jedem Bürger sämtliche Alarmglocken anfangen zu läuten.

Rudi Wajda, Mannheim

Inzwischen erleben wir schon eine „Klimakatastrophe“. Die Bäume, Reben, Sträucher sind durchsichtig (wie im Herbst). Ohne mühevolle Gießerei ist in meinem Garten alles verbrannt, geschädigt. Die Jahreszeiten stimmen nicht mehr! Was in den 1980er Jahren schön und gut war, ist 2018 dahin! Franz Alt hat den „Klimawandel“ sehr, sehr richtig gut beschrieben: Die Menschen sollten – sofort – alles tun, um den Klimawandel zu stoppen! Tagtäglich gibt es auf unserer Erde nichtvorstellbare Katastrophen, Schädigungen, die nicht mehr bezahlbar sind.

Millionen Menschen verlieren ihr Zuhause, ihr „Hab und Gut“. Die Wissenschaft, Franz Alt, Ihre Zeitung informieren sehr gut: Dank Euch! Wir brauchen eine gute Natur: Diese Menschheit erträgt unsere Natur nicht; sie ist stärker, schlägt schon unvorstellbar zurück!

Franz Haracska, Mannheim

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