Leserbrief

Zum Thema Bäume auf den Planken / Artikel vom 2.9.

Linden gab's zu allen Zeiten

Was müssen wir Mannheimer Bürger uns noch alles von "Auswärtigen" sagen und gefallen lassen ? Diese Anmaßung ist unerhört. Wenn Frau Bezzenberger aus Darmstadt nicht weiß, dass die "Linde" in Deutschland der Baum überhaupt ist, lässt das tief blicken. Unser altes deutsches Volkslied "Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum", besingt und beschreibt die Bedeutung speziell dieses Baumes.

Lindenbäume gab es zu allen Zeiten (vom Mittelalter bis heute) und sie hatten große Bedeutung für die Menschen. Die Linde ist seit Jahrhunderten der meist beschriebene und besungene Baum, an ihm und unter ihm spielte sich deutsche Geschichte und Lebensweise ab.

An der B 38 in Birkenau, eine der meist befahrenen Autostraßen in unserer Nähe (pro Tag befahren von mehr als 15 000 Fahrzeugen) steht seit Jahrzehnten eine riesige Linde und trotzt allen Widrigkeiten, in Mannheim in E 7, kurz vor dem sog. "Rheintor" ist das Löwengärtchen, (in diesem Löwengärtchen verbrachte unser hoch verehrter Herr Prälat Bauer, der sog. Lockenseppel, meist die Nachmittage in seinem Ruhestand), von diesem Löwengärtchen und am gesamten Luisenring bis nach K 1 standen bereits vor dem 1. Weltkrieg Linden, während der gesamten Weltkriege 1 und 2 und darnach bis zur Verbreiterung der Straße am Luisenring durch die scheußlichen Abfahrten von Ludwigshafen kommend standen Linden und weiße Kastanien und die Linden verbreiteten während der Blütenzeit einen wunderbaren Duft - und da kommt ein Fremdling aus Darmstadt und meint, uns Mannheimern sagen zu müssen, dass die Linden nicht tauglich seien, "sie gäben einen klebrigen Tau ab und seien nicht kompatibel für Anforderungen der örtlichen Gastronomie?"

Wo, bitte schön, gibt es in den Planken Gastronomie? Außer Eisdielen und Cafés gibt es nur in den Seitenstraßen der P- und O-Quadrate Restaurants. - Aber es gibt in der Mannheimer Innenstadt/Planken auch noch sehr viele Wohnungen, Arztpraxen, kleinere Geschäfte etc. und die benötigen eine akzeptable, lebenswerte Wohnqualität. - Wo, bitte sehr, bleibt hier der Einwand und die Richtigstellung der Stadtspitze? Die Bürger haben ein Anrecht darauf, anständig und ehrlich behandelt zu werden! Ist das die von OB und Verwaltung viel gelobte Bürgerbeteiligung?

Das wurde uns mal wieder vor der Wahl vorgegaukelt. Da war die Erleichterung des OB Dr. Kurz nach seiner Wiederwahl groß und sein Statement, "er sei froh über seine Wiederwahl, nun könne er all das umsetzen und mit dem Fortfahren, was er sich vorgenommen habe "verständlich. Wenn das vorher bekanntgewesen wäre, wäre das Wahlergebnis ein anderes geworden.

Wir Mannheimer Bürger/Bewohner müssen uns vehement wehren, wir wollen eine liebenswerte Stadt, eine Stadt, in die Besucher und Kaufinteressenten gerne kommen und wir sehr gerne wohnen und keine Betonwüste!