Leserbrief

Lösung liegt bei den Europäern

Zum Leserbrief „Wie eine lästige Seuche“ vom 25. Mai:

Es gibt genügend Gründe für eine negative Sicht auf die Weltentwicklung, aber nicht alles ist so schrecklich und unaufhaltsam, wie es sich in einigen Leserbriefen darstellt. Alles Lebendige vermehrt sich zunächst exponentiell, bis der weiteren Vermehrung natürliche Grenzen gesetzt werden. So ist es auch beim Menschen, er kann aber durch Familienplanung selbst Grenzen wählen.

Wohlstand und Bildung

Wir beklagen in Deutschland eine Geburtenrate von etwa 1,5 Kinder(n) pro Frau, was eine – selbstgewählte – Abnahme der Bevölkerungszahl mit der Zeit bedeutet. Das ist ähnlich in allen Ländern, die über einen gehobenen Lebensstandard, insbesondere auch Bildungsstandard verfügen. So gesehen besteht eine Chance, ein Grundproblem der globalen Ökologie in den Griff zu bekommen, nämlich indem auch in weniger entwickelten Ländern Wohlstand und Bildung zunehmen.

Ein Team von der Universität in Oxford um Max Roser hat eine Vielzahl von statistischen Daten aus vielen Bereichen der Weltentwicklung zusammengetragen, auch zum Bevölkerungswachstum. Demnach betrug die jährliche Wachstumsrate der Weltbevölkerung um 1900 0,6 Prozent, erreichte zwischen 1960 und 1970 ein Maximum von 2,2 Prozent und fiel bis 2015 auf 1,1 Prozent; die Prognose für 2100 liegt bei 0,1 Prozent.

Flucht human reduzieren

Die Lösung des Problems liegt also auch bei uns Europäern: Nicht, indem wir immer noch weniger Kinder bekommen, sondern indem wir dazu beitragen, den Lebensstandard in den weniger entwickelten Ländern deutlich anzuheben – durch Förderung der Bildung und Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Dies ist auch das einzig vernünftige Mittel, um die Fluchtbewegung Richtung Europa auf humane Weise zu reduzieren. (Christina Guizetti, Mannheim)

Info: Originalartikel unter https://t1p.de/if8z

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