Leserbrief

Mächtiger Damm mit breiter Krone hat sich bewährt

Zum Artikel „Rheindamm-Sanierung: 39 Prozent lehnen Pläne ab“ vom 28. November:

Mit 23 Jahren bin ich 1955 auf den Almenhof gezogen. Soweit ich mich erinnere, war Ende der 1960er Jahre und in den folgenden Jahren des Öfteren Rheinhochwasser. Einmal fast bis zur Dammkrone. An der Treppe zum Rheinufer – Emil-Heckel-Straße/Stephanienufer war das Wasser bis auf die vorletzte Stufe gestiegen. Das war auf der einen Seite eine Attraktion für die Mannheimer, auf der anderen Seite das Bangen, ob der Wasserspiegel noch steigt und der Damm auch hält!

Nach wenigen Tagen kam die Nachricht: „Der Pegelstand bei Maxau sinkt!“ Die Bevölkerung im Süden Mannheims konnte aufatmen. Der Rheindamm hielt überall dem Wasserdruck stand! Der Waldpark als Überschwemmungsgebiet und der mächtige Damm mit der breiten Dammkrone hatten sich bewährt. Das Wasser stand wie in einem See. Es gab weder Sog noch Strudel zu erkennen und auch keine Verkohlung am Damm. An verschiedenen Damm-Übergängen das gleiche erfreuliche Bild. Und nun die Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms!

Meine Überlegung: Braucht es an unserem vorhandenen Rheindamm, die Dammkrone hat eine Breite von etwa acht bis zehn Meter und dazu die entsprechenden Dammfußbreiten von zusammen über etwa 22 Metern, eine Demonstration der Dammbau-Künste, bis zur teilweisen kompletten Erneuerung des Damms sowie jeweils einer baumfreien Zone von zehn Metern Wasser und landseitig? Oder wurden zur Begründung die DIN-Vorschriften herangezogen, die aber auch besagen, dass die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen sind?

Erlauben Sie mir eine kleine Abschweifung: Im südlichen Baden-Württemberg hat vor gut drei Jahren eine Dammsanierung an der Elz von insgesamt rund 2,7 Kilometern in dem Bereich Emmendingen-Teningen stattgefunden, die ich beobachten konnte. Der vorhandene Damm sollte geringfügig erhöht und hochwassersicher hergestellt werden. Die Dammkrone hat jetzt eine Breite von drei Metern und in dieser Breite ist eine Spundwand zur Wassersperre eingelassen. Der Damm hat eine Höhe von drei bis vier Metern. Die Dammschräge an der Wasserseite ist geschätzt auf 70 Grad, zur Landseite auf 45 Grad ausgelegt. Vom Dammkronenabstand landseitig ist im Abstand von drei bis vier Metern Baumbewuchs erhalten geblieben. Der zu erwartende Wasserdruck bei Hochwasser an der Dammkrone der Elz ist wie der der Rheindammkrone bis zu vier Metern Tiefe gleichwertig.

Am Rheindamm sind die Möglichkeiten, eine sichere Wassersperre zu installieren, durch den teilweisen Baumbewuchs an der Wasserseite sowie an der Landseite wohl nicht zu realisieren. Die Rodung an der Wasserseite des Rheindamms hätte den Vorteil, auf dieser Seite durchgehend eine Spundwand von rund 3,6 Kilometer Länge zu ersetzen, um die nötige Hochwassersperre zu erreichen.

Sinnvoll wäre dann, einen durchgehenden Asphaltweg, der auch für Arbeitsgeräte an Baumarbeiten ausgelegt ist, herzustellen. Der landseitige Baumbestand auf der Dammkrone, etwa 300 Bäume, könnte so durch die vorhandene Dammkronenbreite erhalten werden. Ein weiterer Vorteil; einen unbedingt nötigen Überflutungsschutz, für die vielfältigen Wohngebiete unerlässlich, würde mit einer niedrigen Schutzwand realisiert werden können. Und nicht zuletzt wäre der Asphaltweg für gute Freizeitnutzung für Fußgänger und Radfahrer höchst willkommen. Philipp Sauer, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/36dcF9t