Leserbrief

Mannheimer, gebt der Natur den Boden zurück

Zum Artikel „Rund 40 Prozent der Flächen sind versiegelt“ vom 24. Oktober:

In Ihrem Bericht zur Studie haben Sie einen bürgerschaftlichen Beitrag zur Flächenversiegelung nicht erwähnt. Überall ist ein Trend zur Versiegelung der Vorgärten zu beobachten. Statt Blumen, blühende Sträucher oder auch nur eine Rasenfläche pervertieren Vorgärten zu Mondlandschaften. Oft Verbundsteine in allen Farben, Steinplatten aller Art und oft noch die Fugen versiegelt. Vlies drunter und Schotter oder Kies darauf gekippt – fertig. Als Alibi vielleicht noch eine Buchskugel oder Konifere.

Mit einem gärtnerisch gut gestalteten Steingarten hat das nichts zu tun. Das alles ist Unsinn. Außer der verhinderten Versickerung des Niederschlagwassers wird jegliches natürliche Leben am Boden zerstört. Ohne Pflanzen keine Insekten, weniger Bestäubung unserer Kulturpflanzen, weniger Sauerstoff, weniger Bindung von CO2. Pflegeleicht ist das auch nicht, wie oft geglaubt.

Unkraut als Spaßbremse

Laub und Unkrautsamen setzen sich zwischen den Schotter. Humus bildet sich und dient dem Samen zur Keimung. Unkraut jäten darauf ist eine Spaßbremse. Nicht unterschätzt werden sollte die Rückstrahlung der sommerlichen Hitze aus dem gespeicherten Stein am Abend, wenn wir eigentlich Kühlung erwarten.

Also Mannheimer, gebt der Natur den Boden zurück, „entsteint euch“, macht Mannheim wieder grüner.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2zBn68a