Leserbrief

Zum Thema Buga-Bürgerforum

Mannheimer Inszenierungswahn

In der "hitzigen Debatte" im Bürgerforum über die Buga waren einige Informationen unstrittig: Der für die Machbarkeitsstudie verantwortliche Landschaftsplaner Schwarz bewarb das Projekt mehrfach als "Inszenierung" für "180 Tage". Die vorläufige Budgetierung wurde mit 105 Millionen Euro vorgestellt, wovon die Stadt 60 Millionen Euro tragen wolle. Der Nachlauf der Buga 1975, d. h. der Unterhalt des Luisenparks, kostet die Stadt jährlich 6 Millionen Euro. Im Zusammenhang der Kosten für Naturerhalt war vor einer Woche in einem Leserbrief des MM (31.1. 2013, "Auge der Ökonomie") nachzulesen, dass die Stadt systematisch Hecken rodet, um sie durch (ökologisch minderwertigere) Rasenflächen zu ersetzen, mit dem Argument der Personalkostenkonsolidierung.

Die Kosten, die da fehlen, sind sicherlich im Bereich weniger zehntausend Euro pro Jahr anzusiedeln. Deshalb sei an dieser Stelle die Frage wiederholt, die ich im Bürgerforum bereits an Bürgermeister Quast stellte, die sich jedoch eigentlich an die Gemeinderatsmitglieder der SPD, der CDU und der Grünen richtet, die sich im Hauptausschuss für das Buga-Projekt ausgesprochen hatten: Warum verwendet die Stadt ihre 60 Millionen Euro nicht direkt für Maßnahmen der Naturaufwertung im Rahmen der als "einmalige Chance" (Schwarz) und "Generationenprojekt" (Quast) betrachtete Grünzuggestaltung, unternehmerisch optimiert auf maximalen Effekt für Naturschutz, Bürgerparks und Klimaschneise für Mannheim, statt die Mittel in Straßenverlegung, Brückenbau und Rückbaumaßnahmen zu verbrauchen?

Wann, so frage ich mich, endlich endet der Mannheimer Inszenierungswahn?