Leserbrief

"Maskenpflicht grob fahrlässig und gefährlich"

Zum Kommentar „Nächster Schritt“ vom 22. April:

So, ist sie also da, die Maskenpflicht im ÖPNV und beim Einkaufen, notfalls auch mit selbst gebastelten Masken. Im Kommentar von Michael Schwarz ist zu lesen, die „Maßnahme sei nötig, weil sich zu wenige Menschen an die Empfehlung der Landesregierung gehalten hätten.“ Garnieren tut er diese Aussage dann noch mit seiner Annahme, dass „der Mundschutz richtig sei“.

Nun ja, das ist sein gutes Recht, eine solche Meinung zu haben, greift aber zu kurz, weil er nicht auf das Gefahrenpotenzial, welches für den Träger entstehen könnte, eingeht. Davon abgesehen, dass es keinen eindeutigen, wissenschaftlichen Beleg über die Nutzungswirksamkeit in der breiten Masse gibt. Und ich rede hier nicht von MNS-, FFP2- beziehungsweise FFP3-Masken im professionellen Einsatz. Ich habe vielmehr den Eindruck, dass sich manche Politiker in einer Art „Überbietungs-Verbots-Orgie“, um mich mal an den Wortungetümen von Frau Merkel zu orientieren, profilieren wollen, allen voran Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Wesentlich besonnener in dieser Krise reagierten da bisher die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, Malu Dreyer und Armin Laschet. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery findet im Übrigen eine Alltagsmaskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen „lächerlich“. Ich gehe mal davon aus, dass nun einige Menschen die Abstandsregeln, wenn auch nur unbewusst, wieder unterschreiten werden, da sie ja glauben, durch die Maske „geschützt“ zu sein.

Rückatmung von Kohlendioxid

Die Viren- und Bakterienbelastung, unabhängig von Corona, für den Einzelnen wird sich auch erhöhen, da sich diese geballt unter der Maske sammeln werden und nicht mehr auf natürlichem Wege entweichen können. Wenn man sich dann auch noch als Laie mit den Händen die Maske ständig zurechtrückt und Nase beziehungsweise Mund berührt, sind die Hygieneregeln dahin. Ich empfehle in dem Zusammenhang dringend eine Studie der TU München, welche mit gesunden, jungen Menschen unter 40 Jahren 2005 durchgeführt wurde. Dort wurde in Bezug auf das Tragen von OP-Masken, identisch mit vielen handelsüblichen MNS Gesichtsmasken, sehr wohl festgestellt, dass es bei Aufsetzen der Maske innerhalb von nur wenigen Minuten zu einer signifikant starken Rückatmung von Kohlendioxid gekommen sei.

Müdigkeit, eine erhöhte Herzfrequenz sowie Unwohlsein waren die Folge. Nach 30 Minuten musste abgebrochen werden, um die Probanden nicht zu gefährden. Gar nicht auszudenken was bei entsprechenden sommerlichen Temperaturen beziehungsweise mit Risikopatienten passieren könnte.

Die Reproduktionszahl ist bereits Ende letzter Woche nachweislich auf 0,7 gesunken, trotz täglich millionenfacher Nutzung des ÖPNV und reger Nutzung der Supermärkte in den letzten Wochen und Monaten, im Übrigen ohne Maskenpflicht. Fazit: Die Auferlegung einer Maskenpflicht für alle ohne Ausnahme, egal mit was auch immer man sich da ausstattet, ist nicht, wie ihr Redaktionsmitglied Michael Schwarz meinte „richtig“, sondern ist meiner Meinung nach grob fahrlässig, gesundheitsschädlich und kann letztendlich für den einzelnen Träger absolut gefährlich werden. (von Swen Nußbaum, Mannheim)

Originalartikel unter https://bit.ly/2yVqspx